Naturidyll: Die Aabachtalsperre führt derzeit so viel Wasser wie lange nicht mehr. - © Karl Finke
Naturidyll: Die Aabachtalsperre führt derzeit so viel Wasser wie lange nicht mehr. | © Karl Finke

Kreis Paderborn Wasserstand der Aachbachtalsperre profitiert vom Winter

Nach Jahren mit deutlichen Defiziten führt das Staubecken derzeit eine Versorgungsmenge wie seit 2013 nicht mehr. Der Verband blickt auf die weitere Entwicklung

Andreas Götte

Kreis Paderborn. Die Situation an der Aabach-Talsperre ist etwas entspannter als im Vorjahr. Derzeit ist die Talsperre mit rund 13,9 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt. Das ist nach Angaben des Wasserverbandes Aabach-Talsperre zwar ein leicht unterdurchschnittlicher Wert für die Jahreszeit - aber: "Der Wasserstand ist so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr", sagt Verbandsgeschäftsführer Rainer Gutknecht. Die Monate Februar und April seien zwar sehr trocken gewesen, dafür die anderen Monate in 2018 und auch der Herbst 2017 aber sehr regenreich. Entsprechend kann der Wasserverband die Vorhaltemenge für die von ihm versorgten Wasserversorgungsunternehmen beziehungsweise die Kommunen im Zeitraum vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 von rund 8,4 Millionen auf 9 Millionen Kubikmetern erhöhen. Eventuell muss Wasser zugekauft werden In den vergangenen sieben Jahren war die Niederschlagssituation von deutlichen Defiziten geprägt. So musste im vergangenen Jahr das Wasserkontingent um rund 30 Prozent gekürzt werden. In 2017 war nur gut ein Fünftel der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge erreicht worden. Vor allem die Niederschläge von Oktober bis April sind wichtig für den Wasserstand. Nach Angaben von Gutknecht können reduzierte Vorhaltemengen dazu führen, dass Kommunen wie beispielsweise Bad Wünnenberg, Büren oder Paderborn, das Wasser aus anderen Quellen bei entsprechenden Kosten zukaufen müssen. Das funktioniere ähnlich einem Netz mit verschiedenen Knotenpunkten etwa zu Gelsenwasser oder Bielefeld, so Gutknecht. Die maximale Vorhaltemenge in Bad Wünnenberg pro Jahr beträgt 11,4 Millionen Kubikmeter. "Diese Menge wird jedoch nie gebraucht", betont der Betriebswirt. Bis Oktober wird sich die Talsperre voraussichtlich permanent entleeren. Jeden Tag wird der Wasserstand um rund zwei bis drei Zentimeter sinken. "Anhand von Computermodellen können wir berechnen, wie sich der Wasserstand entwickelt", erklärt der Geschäftsführer. Das Betriebsstauziel beträgt 17,4 Millionen Kubikmeter. Versorgung mit Trinkwasser Bei einer aktuellen Füllmenge von 13,9 Millionen Kubikmeter ist noch reichlich Luft nach oben. Zurzeit hat der Wasserverband keine signifikanten Hinweise auf eine eventuell vermutete Klimaänderung. Klimaprognosen gehen von einer unwesentlichen Reduzierung der Gesamtniederschlagsmenge aus - mit deutlich feuchteren Wintern, deutlich trockeneren Sommern und extremeren Unwettern. Der Wasserverband Aachbachtalsperre hat seinen Sitz in Bad Wünnenberg und versorgt als öffentliches Versorgungsunternehmen rund 250.000 Einwohner und große Unternehmen in den Kreisen Paderborn, Gütersloh, Soest und Warendorf mit Trinkwasser. Neben der Wasserversorgung dient die Talsperre auch als Hochwasserschutz und Energieversorgung. Sie wurde 1983 in Betrieb genommen.

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