Diskutierfreudig: (v. l.) Laura Bewermeier, Thomas Spieker, Manfred Müller, Michael Uhlich (Bezirksregierung Detmold), Alfons Bölte, Carsten Linnemann, Edwin Naskowski, Maike Greine, Lea Brabender, Helmut Zumbrock, Jürgen Behlke und Hugo Kremer. - © Julia Rotthoff
Diskutierfreudig: (v. l.) Laura Bewermeier, Thomas Spieker, Manfred Müller, Michael Uhlich (Bezirksregierung Detmold), Alfons Bölte, Carsten Linnemann, Edwin Naskowski, Maike Greine, Lea Brabender, Helmut Zumbrock, Jürgen Behlke und Hugo Kremer. | © Julia Rotthoff

Kreis Paderborn Paderborner Ludwig-Erhard-Berufskolleg steht vor Herausforderungen

Das Berufskolleg feiert 125 Jahre, seit einem halben Jahrhundert führen auch kaufmännische Wege zum Abitur. Lehre ist auf modernem Niveau

Kreis Paderborn. Im Januar 1893 waren es zwei Klassen mit 80 Schülern, die sonntags für zwei Stunden die kaufmännische Fortbildungsschule besuchten. 125 Jahre später werden über 2300 Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Bildungsgängen im Bereich Wirtschaft und Handel am Ludwig-Erhard-Berufskolleg qualifiziert. Vor 50 Jahren konnte dann erstmalig das Abitur an einer berufsbildenden Schule abgelegt werden. Heute ist vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur alles möglich. Mit einem Festakt im Sportzentrum am Maspernplatz wurde gleich ein Doppeljubiläum gefeiert: 125 Jahre Berufskolleg und 50 Jahre Wirtschaftsgymnasium. Neben Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerkollegium und Ehrengästen gratulierten auch viele Ehemalige zu den Geburtstagen, wie zum Beispiel Sänger und Gitarrist Thomas Rosenkranz oder Radiomoderatorin Maike Greine. Schulleiter Alfons Bölte zeigte sich stolz, dass im Ludwig-Erhard-Berufskolleg zahlreiche Bildungsbiografien erfolgreich gestaltet wurden. Das Doppeljubiläum sei ein Ansporn, sich weiterzuentwickeln und auch zukünftig jungen Menschen berufliche Perspektiven zu bieten. Landrat Manfred Müller richtete in seinem Grußwort den Blick auf die zukünftigen Herausforderungen, wie die Digitalisierung. Diese werde auch die kaufmännischen Berufe verändern. Die Schule, so Müller weiter, bilde die Fachkräfte von morgen aus. Sie müsse Garant sein für eine Wirtschaft, die dem Land und den Menschen diene. Richard Stigulinszky, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, lobte die Lehre auf modernem Niveau: "Sie ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Berufsleben." Helmut Zumbrock, Schuldezernent bei der Bezirksregierung Detmold, der seine Karriere als Lehrer am Berufskolleg startete, betonte, dass der Einsatz digitaler Medien und deren Integration in den Unterricht die Bereitschaft aller Beteiligten erfordere, neu zu denken und pädagogische Konzepte anzupassen. Zumbrock war auch anschließend in zwei Talkrunden mit dabei. Gemeinsam mit den Schülerinnen Laura Bewermeier und Lea Brabender sowie Schulkamerad Edwin Naskovski, dem Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann, Wirtschaftsprüfer Thomas Spieker, Jürgen Behlke, Leiter IHK Paderborn, Hugo Kremer von der Uni Paderborn diskutierte er die Rolle des Berufskollegs zwischen Tradition und Moderne. Die Teilnehmer äußerten den Eindruck, dass die Politik sich bislang sehr auf Akademikerabschlüsse ausgerichtet habe und nun die berufliche Bildung verstärkt in den Fokus gerückt werden müsse. Ob Bachelor oder Berufsausbildung, hier sei nicht Polarisierung sondern Information über die Durchlässigkeit der Bildungsgänge angesagt. Eine duale Ausbildung beinhalte naturgemäß mehr Praxiserfahrung. "Sie ermöglicht es, sehr schnell in einem Unternehmen mitzuarbeiten", formuliert es Schülerin Laura Bewermeier. Letztlich müsse jeder seine Kernkompetenzen finden und dann schauen, wie der diese am besten entfalten könne. So gebe es viele Wege an die Uni, und natürlich auch zurück. Musik kam unter anderem von den "Pauline-Krachern" unter der Leitung von Rainer Heemann. Die Schulband der LWL-Förderschule Schwerpunkt Sehen forderten auf: "Steh auf, mach laut!".

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