Hier wird es öfter mal eng: Am Spielplatz an der Straße „Im Quinhagen" kommen sich Radler, Fußgänger und Autofahrer nahe. Unter den Autofahrern sind offenbar viele, die den Weg als Abkürzung nutzen. - © Hans-Hermann Igges
Hier wird es öfter mal eng: Am Spielplatz an der Straße „Im Quinhagen" kommen sich Radler, Fußgänger und Autofahrer nahe. Unter den Autofahrern sind offenbar viele, die den Weg als Abkürzung nutzen. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Schleichverkehr bremst Pläne von Baumarktkette Hornbach

Kommunalpolitiker wollen erst Lösungen gegen die Belastung im Ortskern von Schloß Neuhaus. Befürchtet wird noch mehr Verkehr, wenn sich im Umfeld der Benteler-Arena neue Ziele entwickeln

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Eigentlich sollten in dieser Woche die planungsrechtlichen Grundlagen für den neuen Hornbach-Baumarkt an der Stadionallee geschaffen werden. Doch daraus wird erst einmal nichts. Der entsprechende Flächennutzungs- sowie Bebauungsplan wird nicht auf den Weg ins Genehmigungsverfahren geschickt. Die SPD-Fraktion im Stadtrat bremste nämlich die dazu nötige Beschlussfassung bereits im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande am Dienstag aus. Sie bekam die Unterstützung sämtlicher Fraktionen für ihren Antrag, Beschlüsse so lange zurückzustellen, bis Lösungen für die Verkehrsprobleme im Neuhäuser Ortskern vorliegen. Speziell Anwohner der Straße „Im Quinhagen" fürchten nämlich eine Zunahme des jetzt schon erheblichen Schleichverkehrs in ihrer Straße. Mit dem einstimmigen Beschluss ist nun auch damit zu rechnen, dass der Bauausschuss das Thema genau so zurückstellt. Vier von fünf Autofahrern sind keine Anlieger Bei Verkehrszählungen war nämlich genau das heraus gekommen, was Anwohner bereits seit langem beobachten: Rund 1.600 Autos sind täglich auf der Abkürzung zwischen Schloß Neuhaus und Elsen unterwegs. „Dass 82 Prozent davon ortsfremde waren, also keine Anlieger, ist für uns guter Grund, noch einmal genau nachzudenken", begründete SPD-Sprecher Franz-Josef Henze seinen Vorstoß und meinte: „Ohne Kompromisse wird es wohl am Ende keine Lösungen geben." CDU-Sprecher Markus Mertens stimmte Henze zu. Auf der Grundlage der von der Verwaltung bereits im Rahmen ihrer Beschlussvorlage angekündigten Lösungsansätze für die Straße „Im Quinhagen" werde „ein Abwägungsprozess stattfinden müssen", so Mertens. Brigitte Tretow-Hardt (Bündnisgrüne) sagte: „Der Durchgangsverkehr muss nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Kinder dort gestoppt werden – und zwar nicht erst, wenn Hornbach kommt." Anwohner hatten der Verwaltung gegenüber bereits schriftlich darauf hingewiesen, dass der Schleichweg zwischen Neuhaus und der Elsener Straße zum großen Teil durch Mitarbeiter der Firma Benteler genutzt werde. Andere wiesen darauf hin, dass vor allem auf Höhe des Spielplatzes zu schnell gefahren werde und Fußgänger und Radfahrer auf dem engen Weg kaum Platz bleibe. Die meisten Einwender sprachen sich für eine Sperrung des Durchgangsverkehrs aus; andere wiederum wiesen auf die Bedeutung der Verbindung für Kunden des Tiergarten Ellenbürger und die Landwirtschaft hin und sind für eine nur teilweise Sperrung.

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