Rapper Gzuz ist Teil von der Gruppe "187 Strasssenbande", die eigentlich in Paderborn als Headliner auf dem AStA-Sommerfestival auftreten sollte. - © picture alliance / dpa
Rapper Gzuz ist Teil von der Gruppe "187 Strasssenbande", die eigentlich in Paderborn als Headliner auf dem AStA-Sommerfestival auftreten sollte. | © picture alliance / dpa

Paderborn Absage an "187 Strassenbande": Neuer Headliner des Sommerfestivals bleibt geheim

Aufgrund von angekündigten „Störaktionen“ haben die Verantwortlichen nun den 
Auftritt der umstrittenen Gruppe „187 Strassenbande“ abgesagt

Viktoria Bartsch

Paderborn. Der geplante Auftritt der Gangsta-Rap-Gruppe „187 Strassenbande" auf dem Sommerfestival am Donnerstag, 17. Mai, ist abgesagt. Einen Ersatz für den Headliner gebe es bereits, dürfe aber aus vertraglichen Gründen noch nicht bekanntgegeben werden, heißt es seitens des AStA. Bereits seit einigen Wochen wird über den Auftritt von „187 Strassenbande" heftig diskutiert – sexistisch, homophob, menschenverachtend lauten nur einige der Vorwürfe gegen die Hamburger Band. Auch eine Online-Petition gegen den Auftritt wurde ins Leben gerufen, und erst in der vergangenen Woche wurde in Form einer öffentlichen Podiumsdiskussion an der Universität über Gangsta-Rap, Sexismus und Kunstfreiheit diskutiert. Innerhalb der politischen Debatte in den vergangenen Wochen sei auch zu „Störaktionen" aufgerufen worden, heißt es in einem offiziellen Statement auf der Facebookseite des AStA. Weil man nicht mehr für ein friedliches Festival garantieren könne, habe man sich in Absprache mit der Agentur und dem Management von „187 Strassenbande" dazu entschieden, den Auftritt abzusagen. Nachgefragt beim AStA-Vorsitzenden Julius Erdmann heißt es dazu: „Es gab von verschiedenen Seiten Hinweise, die uns im Vertrauen zugetragen wurden." Diese habe man sehr ernst genommen. Um welche möglichen „Störaktionen" es sich dabei handele und wie konkret die Hinweise waren, dazu wollte sich Erdmann nicht äußern und stellt noch einmal klar: „Der Grund für die Absage ist nicht die politische Diskussion über die Band und ihre Texte." Leicht sei den Verantwortlich die Entscheidung nicht gefallen, dennoch sei man sehr froh darüber, einen ebenbürtigen neuen Headliner gefunden zu haben. Aus vertraglichen Gründen dürfe man diesen aber noch nicht bekanntgeben. Wann genau die Festivalbesucher erfahren, wer Donnerstagabend auf der großen Bühne auftreten wird, konnte Erdmann nicht sagen. Möglicherweise werde dies erst kurz vor dem Auftritt sein. Weil es sich um ein Festival und nicht um ein Einzelkonzert handelt, werden bereits gekaufte Tickets auch nicht zurückgenommen. Die Absage an „187 Strassenbande", der neue Headliner, der nicht bekanntgegeben wird, und Tickets, die nicht zurückgenommen werden – im Internet wird darüber viel diskutiert. So schreibt User @Kevin Reimann auf der offiziellen Facebookseite des AStA: Nutzerin @Julia Be kommentiert: Bereits im Vorfeld hatte sich Uni-Präsidentin Birgit Riegraf von den Texten von „187 Strassenbande" distanziert, sich aber nicht für ein Auftrittsverbot ausgesprochen. „Proteste wie Flugblätter, Plakate oder ähnlich friedliche Aktionen während des Auftritts der Band sind durchaus legitim, um sich gegen die Band und die Inhalte zu wenden", sagt Riegraf. Von allen Formen gewalttätiger Aktionen distanziere sich das Präsidium der Universität deutlich. Bislang habe man aber keine Kenntnisse darüber erhalten, dass solche Aktionen geplant worden seien. „Dagegen wären wir auch entschieden vorgegangen. Der AStA selbst hat das Für und Wider gegen den Auftritt lange diskutiert und ich bin mir sicher, dass es mehrere Gründe für die Absage gab."

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