Am Samstag haben SCP-Fans im Zug nach Paderborn randaliert. - © Pixabay (Symbolbild)
Am Samstag haben SCP-Fans im Zug nach Paderborn randaliert. | © Pixabay (Symbolbild)

Paderborn Randale im Zug: SCP-Fans drohen hohe Geldstrafen

Verwüsteter Regionalexpress: Die Bundespolizei hat mit der Auswertung von Videoaufnahmen begonnen. Indes muss der SC Paderborn erneut eine Strafzahlung an den DFB leisten

Sabine Kauke

Paderborn. Die Bundespolizei in Münster ermittelt inzwischen im vollen Umfang gegen die 152 randalierenden SCP-Fans. Auf der Heimfahrt vom letzten Saisonspiel des SC Paderborn gegen Köln hatten die Chaoten am Samstag mehrere Zugabteile verwüstet. Seit Montag, so Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Amberge, werden die Videoaufnahmen der Überwachungskameras aus dem Regionalexpress ausgewertet. Weil es sich um sehr viele Aufnahmen handele, werde der Abgleich mit den Personalien und Lichtbildern der Randalierer wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen. Szenekundige Paderborner Polizisten werden die Auswertung bei Anfragen unterstützen. „Sie kennen ihre Pappenheimer", weiß Ulrich Krawinkel, Sprecher der Paderborner Polizei. "Wir konnten ein Zeichen setzen" Die Bundespolizei hatte eigene Kräfte sowie die der Landespolizei in Bönen (Kreis Unna) zusammen gezogen, um die Namen aller mutmaßlichen Täter zu erfassen und diese zu fotografieren. Unter dem Applaus der anderen 500 Reisenden, darunter viele friedliebende SCP-Fans, wurden die Randalierer aus dem Zug geholt, sagt Wolfgang Amberge. Eine glückliche Fügung sei es gewesen, dass wegen des Katholikentages sowie des Fußballspiels Lotte gegen Magdeburg so viele Einsatzkräfte in der Nähe waren. „So konnten wir ein Zeichen setzen. Das hat die sogenannten Fans sicher überrascht", vermutet der Sprecher der Bundespolizei. Die Chaoten hatten das Innenleben des Regionalexpresses so heftig zerstört, dass ein Zug-Tausch nötig wurde. Scheiben waren gesplittert, Sitze aufgeschlitzt, Deckenverkleidungen herausgerissen. Sogar die Notbremse wurde gezogen. Diejenigen, die als Straftäter entlarvt werden, kommt das teuer zu stehen: Zum einen müssen sie der Bahn den entstandenen Schaden bezahlen. Dort dauern die Ermittlungen zur Schadenshöhe noch an. Zum anderen kommt auf sie eine Geldstrafe wegen Sachbeschädigung, Missbrauchs einer Nothilfeeinrichtung oder gar wegen Landfriedensbruchs zu. Das kann, je nach Ausmaß der Tat und individuellem Vorstrafenregister, „eine drei- bis fünfstellige Summe sein", sagt Ulrich Krawinkel: „Freiheitsstrafen sind leider selten." SCP muss diese Saison über 4.500 Euro Strafe zahlen Eine Geldstrafe erwartet auch der SCP, weil besagte „Fans" im Kölner Stadion Pyrotechnik zündeten. Die Rechnung für dasselbe Vergehen beim Heimspiel gegen Unterhaching flatterte dem Club jetzt vom Sportgericht des DFB ins Haus: 2.500 Euro. Inklusive der Pyrotechnik-Verstöße im Auswärtsspiel gegen Lotte zahlte der Verein 2017/18 so bereits 4.500 Euro. Für überführte Täter will der SCP bundesweit ein Stadionverbot erwirken.

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