Matthias Reiche aus Paderborn ist als Experte gefragt. - © PRIVAT
Matthias Reiche aus Paderborn ist als Experte gefragt. | © PRIVAT

Paderborn/New York Vereinte Nationen: Paderborner setzt sich für den Schutz der Wälder ein

Was der Experte beim Thema Waldschutz für wichtig hält

Paderborn. Wer in diesen Tagen die Wälder in Ostwestfalen besucht, kann sich kaum vorstellen, dass in anderen Teilen der Welt die Wälder anhaltend bedroht sind. Auch wenn die weltweite Waldvernichtung insgesamt zurück gegangen ist, beträgt sie immer noch ca. 8,8 Millionen Hektar pro Jahr. Im vergangenen Jahr ist bei den Vereinten Nationen in New York der Plan zum Schutz der Wälder verabschiedet worden. Mit dabei war auch Matthias Reiche aus Paderborn als Mitglied der deutschen Delegation im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums. Weitere Regelungen festlegen Reiche war auch bereits im Jahr 2000 Delegationsleiter, als das Waldforum der Vereinten Nationen gegründet wurde. Seitdem ist der Waldschutz ein gutes Stück vorangekommen, vor allem weil seine wichtige Klimaschutzfunktionen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sind. In dieser Woche tagt erneut das Waldforum, um weitere Regelungen für eine beschleunigte Umsetzung des Waldschutzplans zu schaffen. Wichtigstes Problem dabei: die waldreichen Entwicklungsländer brauchen mehr Know-how-Transfer und technische Unterstützung für die Einführung von Nachhaltigkeitsregeln beim Waldmanagement. Dabei reicht der Zugang zu den globalen Finanzierungsquellen, zum Beispiel bei der Weltbank, nicht aus zur Problemlösung. Der starke Bevölkerungsanstieg vor allem in den Ländern Afrikas südlich der Sahara zwingt zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Anbauflächen, in vielen Fällen auf Kosten der Wälder. Dazu Reiche: „Es müssen Lösungen geschaffen werden, die Interessen der Ernährungssicherung und der Naturressourcen stärker zusammen zu führen. Entsprechende Praktiken sind erprobt, zum Beispiel der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten unter dem Kronendach von Bäumen, als Agroforestry bezeichnet". Aber auch die Bevölkerung in den Industrienationen habe die Möglichkeit, zum globalen Waldschutz beizutragen. Austausch unter den 193 Mitgliedsstaaten Der größte Treiber von Entwaldung sei die industrielle Landwirtschaft für Produkte wie Soja und Palmöl, die in der Lebensmittelproduktion der USA und Europas verwendet werden. „Hier sind die großen Lebensmittel- und Futtermittelhersteller und Importeure ebenso wie die Verbraucher gefragt, verstärkt nach ,entwaldungsfreien Produkten’ nachzufragen", betont Reiche. Das Waldforum sei wieder einen kleinen Schritt weiter gekommen. „Der Austausch unter den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist wichtig. Noch wichtiger aber ist, dass die dort gefassten Beschlüsse auch in den Heimatländern der Delegierten umgesetzt werden", fordert der Experte. Die Bundesregierung sei dabei „einer der größten Unterstützer der Entwicklungsländer im Waldbereich mit einer Vielzahl von weltweiten Waldprojekten", weiß Reiche.

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