Da läuft doch was: Während Schneewittchen (Felizitas Elma) und ihr Prinz (Christopher McClellan) zueinander finden, werden sie von den vorwitzigen Zwergen (v. li. Sarah Michels, Moritz Büse, Simon Michels, Judith Brink, Kieran Sebastian, Linus Schröder) überrascht. - © Dohle
Da läuft doch was: Während Schneewittchen (Felizitas Elma) und ihr Prinz (Christopher McClellan) zueinander finden, werden sie von den vorwitzigen Zwergen (v. li. Sarah Michels, Moritz Büse, Simon Michels, Judith Brink, Kieran Sebastian, Linus Schröder) überrascht. | © Dohle

Paderborn Neuhäuser Freilichtbühne bringt Schneewittchen auf die Bühne

Das Ensemble und Regisseurin Sarah Wendler haben eine eigene Fassung einstudiert. Premiere am 20. Mai

Ann-Britta Dohle

Paderborn. "Schneewittchen und die sieben Zwerge" werden ab Sonntag, 20. Mai, die Freilichtbühne Schloß Neuhaus mit Leben erfüllen. Ein "urtypisches Märchen", betont Co-Regisseur und Vorstandsmitglied Chris Malassa. Denn hier träfe das herzliche und naturverbundene Wesen der Königstochter auf den bösen Charakter der Stiefmutter, die dem Schneewittchen die "Schönheit" neidet. "Dabei geht es um die innere Schönheit", erläutert Jung-Regisseurin und Stückautorin Sarah Wendler ihre Ansichtsweise. Denn Schneewittchen wird von allen gut gelitten, und die Zwerge, gespielt von sieben Kindern, lieben die gute Seele heiß und innig. Die Handlung wird sich von der Grimmschen Urfassung nur in kleinen Details unterscheiden: So wird die böse Stiefmutter am Ende ein abweichendes Schicksal ereilen. Mit von bedeutsamer Partie werden einige Tiere des Waldes sein, und auf die Frage, wo eigentlich der Vater von Schneewittchen ist, findet die Freilichtbühne eine eigene Antwort. Aber natürlich dürfen die Märchenfreunde weiterhin auf den Apfel, den bösen Bann, den Prinzen und seinen ersten Kuss hoffen. Erstmals Regie geführt Die 29-jährige Sarah Wendler, die 2002 der Freilichtbühne beitrat und jetzt ihre erste Regie führt, hat nach ihrem Studium der Philosophie und Deutschen Literatur, das Stück umgeschrieben. "Es gab entweder nur total altbackene Theaterfassungen oder ganz moderne", berichtet Chris Malassa. Wendler versucht den Mittelweg, so dass die Handlung erkennbar bleibt, aber der Sprachgebrauch authentisch und zeitgemäß rüberkommt. Die 27 Darsteller spielen traditionell in einem sorgsam selbst gebauten Bühnenbild: einer großen Schlosskulisse und einer kleinen Hütte der Zwerge in herrlicher Naturkulisse. "So viel Holz wie bei diesem Stück haben wir noch nie verbaut", verrät Malasse. Die gerade noch 17-jährige Felizitas Elma, die nächstes Jahr ihr Abitur an der Gesamtschule Elsen ansteuert, gab bereits vor 10 Jahren ihr Debüt als Frosch auf der Freilichtbühne. In diesem Jahr darf sie die Haupt - und Titelrolle spielen. Die Schauspielerei macht ihr große Freude, die Vielseitigkeit, die Natur um sie herum, dass man nicht alleine ist und dass man anderen Menschen so einfach eine Freude machen kann. Die böse Stiefmutter Ebenso wie ihre ganze Familie dem Verein angehört, ist auch Elke Michels über ihren ältesten Sohn vor sieben Jahren in den Verein gelangt. Längst spielen ihre beiden jüngeren Söhne dort, letztes Jahr konnten sie und ihr Mann gemeinsam auftreten. In diesem Jahr musste einer der beiden verzichten, denn das Vollzeit-Hobby fordert einen immensen zeitlichen Einsatz, der eine Familie an Grenzen bringt. In diesem Jahr wurde Elke Michels die Rolle der bösen Stiefmutter angetragen, sie sagte begeistert zu. Da sie erst zwei Jahre Spielpraxis zu verzeichnen hat, weiß sie inzwischen, wie schwer es ist, feine Nuancen zu spielen, wie beispielsweise eine Steigerung der Bösartigkeit oder in der Rolle glaubhaft von Dingen zu behaupten, sie seien widerlich, die eigentlich wunderschön sind. Die Sonderschulpädagogin und dreifache Mutter weiß aber auch, dass es hilft, wenn die Rolle ihr nicht so nah ist. "Dann muss ich die nicht mühsam von meiner Person trennen" sagt sie. Und ansonsten weiß sie sich bestens unterstützt von einem guten und sehr angenehm agierenden Team. Premiere ist am 20. Mai um 16 Uhr. Die weiteren Termine: 26., 27. 31. Mai 9. , 10., 17., 24., Juni, 1., 14. Juli um jeweils 16 Uhr, am 9. Juli um 14 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro/ermäßigt 7 Euro.

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