Mulmiges Gefühl: So wie dieser jungen Frau dürfte es derzeit vielen Paderborner Hundebesitzern gehen. Sie schauen bei den Grünflächen im Stadtgebiet ganz genau hin, ob dort auch keine möglichen Giftköder (kleines Bild) ausliegen. - © Birger Berbüsse
Mulmiges Gefühl: So wie dieser jungen Frau dürfte es derzeit vielen Paderborner Hundebesitzern gehen. Sie schauen bei den Grünflächen im Stadtgebiet ganz genau hin, ob dort auch keine möglichen Giftköder (kleines Bild) ausliegen. | © Birger Berbüsse

Paderborn Giftköder-Alarm in der Paderborner Innenstadt

130 Fleischkugeln wurden am Freitag entdeckt. Hundebesitzer sollten sich an die Leinenpflicht halten und ihre Tiere nicht unbeobachtet lassen, rät die Polizei

Birger Berbüsse

Paderborn. Unter Paderborner Hundebesitzern geht die Angst um: In der Innenstadt sind am Freitag wieder mutmaßliche Giftköder gefunden worden. Auf den Grünflächen an der Stadtbibliothek und an der Heiersmauer hat ein bislang unbekannter Täter 130 Fleischköder verteilt. Es ist der zweite Vorfall dieser Art binnen weniger Wochen. Mitte April waren gut 50 solcher Fleischkugeln in der Nähe des Maspernplatzes entdeckt worden. Besitzer von Hunden sollten sich an die geltende Leinenpflicht halten und ihre Tiere nicht unbeobachtet lassen, rät die Polizei. Wer verdächtige Substanzen entdeckt, wird gebeten, die Polizei oder das Ordnungsamt zu informieren. Täter wohl tagsüber unterwegs Eine heiße Spur zum Täter hat die Paderborner Polizei bislang nicht. Pressesprecher Michael Biermann setzt deshalb auch auf die Mithilfe der Bevölkerung: Der Täter müsse sich tagsüber in der Stadt bewegen. „Wir vermuten, dass die Köder erst am Vormittag ausgelegt wurden." Schließlich waren sie um 10.40 Uhr am Freitagmorgen von Hundebesitzern entdeckt worden. Hätte der Täter die Köder nachts verteilt, wären sie den Passanten wohl deutlich früher aufgefallen. Hinweise auf mögliche Verursacher nimmt die Polizei unter Tel. (0 52 51) 30 60 entgegen. Die Polizei hat Strafanzeige erstattet. Laut Biermann handelt es sich bei der Tat um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann. Sowohl die Polizei als auch die Mitarbeiter des Büros für Ordnung, Schutz und Sicherheit (BOSS) „haben die Situation besonders im Blick" und schauen häufiger an den Bereichen vorbei, heißt es. Gefüllte Fleischköder Am Freitagmorgen hatten Passanten die Polizei benachrichtigt, nachdem ein Hund auf der Grünfläche zwischen dem Quellbecken der Dielenpader an der Stadtbibliothek und der Thisaut, Ecke Hathumarstraße, eine Art Fleischkugel aufgespürt hatte. Die Hundehalterin fand weitere mit einer unbekannten Substanz gefüllte Köder. Mehrere Passanten und Polizisten suchten den Bereich ab und stellten Behördenangaben zufolge über 100 Köder sicher. Kurze Zeit später wurden auch auf einem Grünstreifen an der Heiersmauer in Höhe des Maspernplatzes dutzende vermeintlicher Giftköder entdeckt und sichergestellt. Insgesamt zählten die Behörden 130 Köder. Proben wurden dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung übergeben. Warnschilder weisen auf Gefahr hin Die betroffenen Grünflächen wurden von Mitarbeitern des Grünflächenamts gemäht und waren zwischenzeitlich abgesperrt. Warnschilder mit der Aufschrift „Achtung Giftköder" weisen auf die Gefahr für Hunde hin. Vor einem solchen Schild ist auch eine junge Hundebesitzerin an der Dielenpader neben der Stadtbibliothek stehen geblieben. Ihren Golden Retriever, ohnehin an der Leine, hält sie noch fester als sonst. „Überrascht und besorgt" sei sie, dass so etwas mitten in der Stadt passiere. Jetzt müsse man noch wachsamer sein, schließlich sei so ein Stück Fleisch schnell verschluckt. Ein weiterer Hundebesitzer kommt hin zu. Auch er sagt, was er von der Situation denkt: „Der Horror."

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