Informieren über die Bilanz: (v. l.) Renate Linn, Ute Mertens und Claudia Penkalla. - © Selbsthilfe-Kontaktstelle
Informieren über die Bilanz: (v. l.) Renate Linn, Ute Mertens und Claudia Penkalla. | © Selbsthilfe-Kontaktstelle

Paderborn Paderborner Selbsthilfe-Kontaktstelle erreichen fünf Hilferufe pro Tag

Bilanz: Jahresbericht 2017 vorgestellt. 142 Gruppen im Kreis Paderborn aktiv. Psychische Erkrankungen am häufigsten registriert

Paderborn. 1.697 Anfragen fanden im Jahr 2017 den Weg zur Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn - das sind im Schnitt knapp fünf Hilferufe pro Tag. Wie in den Jahren davor waren die psychischen Erkrankungen mit knapp 37 Prozent das meist angefragte Thema. Gefolgt von Fragen zur Lebensbewältigung und sozialen Themen mit immerhin fast 26 Prozent wird deutlich, dass Selbsthilfe nicht nur bei körperlichen Erkrankungen eine gute Möglichkeit ist, um in schwierigen Lebenssituationen Halt und Unterstützung zu finden. "Das kann manchmal sogar Krankheit vermeiden", sagt Ute Mertes, Mitarbeiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle, "denn der Austausch mit anderen kann sehr entlastend wirken." Unterstützung durch Selbsthilfe suchten auch Menschen, die sich in Trennung befinden, die betroffen sind von Mobbing oder Alter oder Einsamkeit. Immer mehr Menschen stärken sich durch den Austausch mit anderen in ähnlicher Situation. 17 Prozent der Anfragen bezogen sich auf chronische Erkrankungen und Behinderungen und 10 Prozent suchten nach Selbsthilfegruppen im Suchtbereich. 142 aktive Gruppen im Kreis Paderborn Neben Beratung und Vernetzung bestehender Gruppen, konnte die Kontaktstelle durch Selbsthilfeförderung der Krankenkassen mehrere Projekte für die Öffentlichkeitsarbeit begleiten oder auf den Weg bringen. Dazu gehören Plakate in Bussen, Hörfunkbeiträge und eine Umfrage bei aktiven Selbsthilfegruppen und Paderborner Bürgern zum Thema Selbsthilfe. Zum Jahresende waren es 142 aktive Gruppen im Kreis Paderborn. Es konnten 10 neue Gruppen aufgenommen werden. Mehrmals gibt es im Jahr Gesamttreffen, zu denen alle Gruppen eingeladen werden, um auch hier einen Austausch zu ermöglichen. Für die Selbsthilfegruppen gibt es bei Bedarf eine besondere Unterstützung von In-Gang-Setzern. Das sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die Gruppen bei der Gründung hilfreich zur Seite stehen. "Hier geht es darum, unabhängig vom Thema der Gruppe Impulse zu geben, die für eine gute Gesprächskultur sorgen und somit förderlich sind für ein gutes Gruppengespräch", bekräftigt Renate Linn, die die In-Gang-Setzer in regelmäßigen Austauschtreffen unterstützt und begleitet.

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