Michael Metzger von Orgakom rät, die Gesamtzahl der Rettungswagen im Kreis Paderborn auf 20 zu erhöhen. - © Marc Köppelmann
Michael Metzger von Orgakom rät, die Gesamtzahl der Rettungswagen im Kreis Paderborn auf 20 zu erhöhen. | © Marc Köppelmann

Kreis Paderborn Experte rät zu 20 Rettungswagen im Kreis Paderborn

Bei 91,87 Prozent von 15.200 Einsätzen erreichen die Ersthelfer im Kreis Paderborn ihr Ziel innerhalb der Frist.

Svenja Ludwig

Kreis Paderborn. Wenn ein Notruf eingeht, tickt für die Rettungshelfer die Uhr. Innerhalb des Stadtgebiets Paderborn haben sie acht Minuten Zeit, um ihr Ziel zu erreichen, im Kreisgebiet müssen sie nach zwölf Minuten am Einsatzort sein. Das habe bei rund 15.200 Einsätzen zwischen April 2016 und März 2017 in 91,87 Prozent der Fälle geklappt, berichtete Michael Metzger von Orgakom Analyse und Beratung im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises. Der Sozialwissenschaftler stellte im Kreishaus ein Gutachten zum Rettungsdienstbedarfsplan vor. Bei avisierten 90 Prozent ist 91,87 Prozent ein guter Wert. Auch einzeln betrachtet schneiden die Gemeinden positiv ab – die Grenze werde bloß in Teilen von Lichtenau knapp unterschritten, wie die Verwaltung erklärte. Eine Hemmschwelle sinkt Michael Metzger konkretisierte: Herbram-Wald und Iggenhausen gehörten aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit zu „Problembereichen". Wobei die Erstretter dort häufig innerhalb der 13. Minute einträfen. Augenfällig sei ein „enormer Einsatzanstieg", so Metzger weiter. Einsätze mit Blaulicht stiegen um 20 Prozent, insgesamt ist sogar eine Steigerung um 30 Prozent zu verzeichnen. „Das ist ein bundesweites Phänomen", weiß Metzger, „die Hemmschwelle in der Bevölkerung, die 112 zu wählen, ist gesunken." Aktuell stehen im Kreisgebiet 14 Rettungswagen (RTW) rund um die Uhr zu Verfügung, vier weitere zwölf Stunden am Tag. Metzger riet, die Gesamtzahl der RTW auf 20 zu erhöhen. Dabei würden die Standorte Paderborn sowie Büren-Ahden mit jeweils einem weiteren tagsüber eingesetzten Fahrzeug ausgestattet. Die Einsatzzeit eines RTW in Delbrück würde auf das Wochenende ausgeweitet. Der Personalbedarf steigt Gleichzeitig empfahl Metzger die Reduzierung der Krankentransportwagen. „Hier geht es in der Regel nicht um medizinische Notfälle", erklärte der Sozialwissenschaftler. Außerdem könnten RTW der Auslastung wegen auch einige Transportfahrten übernehmen. „Wir sind auch einem wirtschaftlichen Kriterium verpflichtet", begründete Metzger. In Summe stiege der Personalbedarf. Metzger kalkulierte 245 Vollzeitstellen als notwendig – 15 bis 16 mehr als aktuell. Von Cläre Micus (CDU) auf Angriffe auf Rettungshelfer angesprochen, von denen immer mehr gesprochen werde, konnte die Verwaltung übrigens Entwarnung geben: „In der Stadt Paderborn kam es zu ein paar Pöbeleien, ernsthafte Übergriffe in zahlreicher Form gab es aber nicht."

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