Berichten von der Stimmungslage in den Firmenspitzen: Jürgen Behlke (Geschäftsführer IHK Paderborn Höxter, v. l.), Gabriele Schäfers (IHK-Vizepräsidentin) und Claudia Auinger (stellvertretende Geschäftsführerin der IHK Paderborn Höxter). - © Hans-Hermann Igges
Berichten von der Stimmungslage in den Firmenspitzen: Jürgen Behlke (Geschäftsführer IHK Paderborn Höxter, v. l.), Gabriele Schäfers (IHK-Vizepräsidentin) und Claudia Auinger (stellvertretende Geschäftsführerin der IHK Paderborn Höxter). | © Hans-Hermann Igges

Paderborn IHK-Umfrage: Betriebe im Kreis Paderborn bleiben optimistisch

Auch für dieses Jahr rechnet die Mehrheit der Unternehmen mit einer Fortdauer der Hochkonjunktur. Aber der Fachkräftemangel erreicht eine Schmerzgrenze

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Die Konjunktursonne strahlt auch über dem Himmel im Kreis Paderborn. Immer noch – wie viele, auch Experten, mit Staunen sagen. Hält das Stimmungshoch doch inzwischen schon (mit einer leichten Delle um 2015/2016) seit acht Jahren. Wie die im Dezember und Januar erhobene jüngste Umfrage durch die Industrie- und Handelskammer Paderborn Höxter belegt, erwarten die allermeisten der 300 heimischen Teilnehmerbetriebe mit rund 15.000 Mitarbeitern aus dem Kreis auch für dieses Jahr mindestens so gute, wenn nicht bessere Geschäfte. Allerdings sind die Produktionskapazitäten vielfach am Limit. Industrie-, Handel- und Dienstleistungssektor wollen denn auch weitere Arbeitskräfte einstellen. „Entsprechend wird sich wohl, wenn nichts ganz Schlimmes passiert, die Arbeitslosenquote von zuletzt 5,4 Prozent im Kreis noch weiter verbessern", schätzt Jürgen Behlke, Geschäftsführer der IHK Paderborn Höxter. Behlke stellte die aktuelle Frühjahrsumfrage mit IHK-Vizepräsidentin Gabriele Schäfers und seiner Stellvertreterin Claudia Auinger vor. Zögerliche Bereitschaft zu Investitionen Mit den nach wie vor hohen Erwartungen halten die geplanten Investitionen jedoch nicht mit. Beispiel: Während 31 Prozent der Industrieunternehmen für 2018 an eine noch bessere Lage als 2017 glauben, wollen im Inland nur 21 Prozent investieren; umgekehrt wollen 78 Prozent auch nicht im Ausland investieren. Möglicherweise traut so mancher Unternehmer ostwestfälisch-bodenständig den eigenen guten Erwartungen nach so langer Boomphase auf die Dauer nicht mehr wirklich – frei nach dem Motto: Der nächste Abschwung kommt bestimmt. Einer der Gründe könnte aber auch der Mangel an Fachkräften sein, der gegenüber vorherigen Umfragen kräftig an Stellenwert zulegte. 77 Prozent der befragten Industrieunternehmen sehen darin ihr mit Abstand größtes Zukunftsrisiko. Jürgen Behlke; „Offenbar ist hier jetzt eine Schmerzgrenze überschritten." „Exorbitant gut" sei die Lage auch im Dienstleistungsbereich, der sich stets in einer Art Gleichschritt mit der Industrie entwickele, so Behlke. Aber auch hier sei der Fachkräftemangel unter den Risikofaktoren das große Thema. Hohe Beschäftigungsquote im Handel Auch im Handel ist die Lage laut Umfrage positiv – der hohen Beschäftigungsquote und dem guten Konsumklima sei Dank. Erstmals wurde diesmal auch nach digitalen Vertriebskanälen gefragt. Diese spielen demnach schon für 43 der mehr als 100 teilnehmenden Handelsbetriebe eine Rolle. Ihr Umsatzanteil liegt durchschnittlich bei 28 Prozent. Dabei gebe es auch die Tendenz, so Claudia Auinger, dass bislang reine Online-Händler sich zusätzlich eine stationäre Präsenz aufbauen. Unterdessen habe die gute Lage für Beschäftigte offenbar kaum negative Auswirkungen auf die Zahl der Existenzgründungen. Mit rund 2.000 jährlich liege sie im Kreis Paderborn relativ stabil, sagte Claudia Auinger. Auf fünf Prozent davon habe sich die Zahl der Gründungen im Digitalbereich mehr als verdoppelt. Jürgen Behlke: „Da macht sich der Einfluss von Gründerinitiativen wie Garage 33 oder Founders Foundation bemerkbar."

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