Aktive Eiskunstläuferinnen vom TV Paderborn: (v. l.) Lea Brandt, Sophie Kubi, Liv Lessnau und Evelin Friesen. - © TV Paderborn
Aktive Eiskunstläuferinnen vom TV Paderborn: (v. l.) Lea Brandt, Sophie Kubi, Liv Lessnau und Evelin Friesen. | © TV Paderborn

Paderborn Paderborner Eissportler suchen neue Halle

Auch nach dem Ende des Angebots in Mönkeloh will der TV 1875 Eissport in Paderborn weiter anbieten. Die Möglichkeit für den Eislauf- und Eishockey-Betrieb erhalten möchten auch interessierte Investoren

Holger Kosbab

Paderborn. Noch ein paar Wochen können Eislauffans in Mönkeloh ihre Runden drehen. Denn am 25. März wird, wie berichtet, die Paderborner Eisbahn nach zehn Jahren geschlossen und die Ausstattung von Thomas Hachmann und Norbert Loepp an nach Lippstadt verkauft, wo eine neue Eishalle gebaut wird. Doch auch in Paderborn soll die Eiszeit noch nicht vorbei sein. In der kommenden Woche gibt es ein Gespräch zwischen Vertretern des TV 1875 Paderborn und Bürgermeister Michael Dreier über eine mögliche Weiterführung der Eiskunstlauf-Abteilung. Und auch einige Hobby-Eishockeyspieler, die eine Eishalle als wichtigen Treffpunkt für Jung und Alt sehen und auch selbst weiter dem Puck nachjagen wollen, würden investieren und suchen derzeit konkret nach einer Ersatzhalle. Der TV 1875 habe eine funktionierende Eissport-Abteilung, sagt der Präsident Franz Driller. Zudem sei der Bereich mit 150 Mitgliedern recht erfolgreich. "Das gibt man nicht kampflos auf." Mit den Aktiven habe man sich darauf verständigt, die Mitgliedschaft trotz des Wegfalls der Mönkeloh-Eisbahn noch nicht zu kündigen und die Abteilung zumindest ein weiteres Jahr weiterlaufen zu lassen. "Wir bemühen uns intensiv um weitere Optionen", sagt Driller. "Es muss ja nicht die perfekte Halle sein. Eine einfache Räumlichkeit reicht auch, damit der Sport weiter betrieben werden kann." Auch der Paderborner Bauunternehmer Peter Rudi möchte gemeinsam mit dem Bielefelder Sergej Schröder, der unter anderem für das Catering in der Paderborner Benteler-Arena zuständig ist, und Georg Schwinn (Kreis Lippe) Eishockey und Eiskunstlauf auch künftig in Paderborn ermöglichen. Möglicherweise komme noch ein vierter Interessent mit aufs Eis. "Unser Ziel ist der 1. September", sagt Rudi. "Das Interesse an einer Eisbahn in Paderborn ist groß." Die Erwachsenen könnten zwar auch woanders hin fahren, doch für die Kinder, die Eishockey spielen und Eiskunstlaufen, sei dies schwierig. Meist nur mit Eltern oder Trainern kommen sie nach Lippstadt, Soest, Bielefeld oder Willingen. Im Idealfall wäre die benötigte Halle etwas breiter als die in Mönkeloh, um ausreichend Platz zu haben für ein reguläres Eishockey-Spielfeld, sagt Rudi. Dass sich auch der bisherige Eisbahn-Betreiber Hachmann bereits nach einer Alternativhalle umgesehen und keine gefunden hatte, schreckt die möglichen Investoren nicht wirklich ab. "Wenn wir im Raum Paderborn nichts finden, dann suchen wir im Raum Bielefeld", sagt Rudi. Dort gibt es mit der Oetker-Eisbahn in Brackwede zwar bereits eine Bahn, doch zusätzliche Eiszeiten für Vereine seien dort nicht möglich. Passende Hallen geben soll es laut Rudi im Raum Detmold - was die dritte Standort-Option wäre. Als Berater steht den möglichen Eisbahn-Investoren Viktor Trippel zur Seite. Er betreibt an der Oetker-Eisbahn in Bielefeld einen Eissportladen und Schlittschuhverleih - und er spielt in Paderborn immer samstags mit Kindern aus ganz Ostwestfalen Eishockey. Trippel betont den sozialen Aspekt einer Eisbahn als Treffpunkt. Die Kosten für die Ausstattung beziffert er mit rund 200.000 Euro. Diese kurzfristig zu bekommen, sei kein Problem. Auch ein Eismeister stände bereit. Eine Herausforderung seien die Betriebskosten. Für einen vernünftigen Spiel- und Trainingsbetrieb seien sieben Monate ideal, sagt Trippel. Doch alle Öffnungszeiten, die fünf Monate überschritten, seien für einen akzeptablen Kostenrahmen schwierig. Am Ende müsse ein Betrieb herauskommen, der zumindest kein Minus einfahre, sagt Trippel. Realistisch sei dies nur durch ein Geschäftsmodell, das auf mehrere Säulen aufbaut: Für den Vormittagsbereich könne er sich vorstellen, dass die Eisbahn von Schulklassen genutzt werde. Dafür gebe es Zuschüsse vom Land Nordrhein-Westfalen. Am Nachmittag stände die Bahn dann allen Eislauffans zur Verfügung. Für den Vereinssport blieben wiederum die Stunden am Abend. Und hier sei die Hilfe der Stadt Paderborn denkbar: Sie könne sich, so Trippel, an den Kosten für die Eisstunden beteiligen, von denen jede mit etwa 120 Euro zu Buche schlägt. In Bielefeld würden die Eiszeiten vom Stadtsportbund übernommen, betont Trippel. Die bisherige Paderborner Eishalle macht zu, da sich Betreiber und Vermieter nicht auf eine Verlängerung der Mietzeit nach zehn Jahren einigen konnten. Insgesamt drehten in den vergangenen Wintern jeweils rund 60.000 Besucher ihre Runden auf dem Eis. Am 17. März soll es zum Eisbahn-Finale ein Turnier für die Eishockeyspieler der Altersklassen U8 und U10 geben. Möglicherweise wird es danach zu einem Protest in der Innenstadt kommen, um auf die Situation aufmerksam zu machen, sagt Viktor Trippel.

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