Die Diebold Nixdorf-Niederlassung am Heinz Nixdorf Ring in Paderborn. - © Marc Köppelmann
Die Diebold Nixdorf-Niederlassung am Heinz Nixdorf Ring in Paderborn. | © Marc Köppelmann

Wirtschaft Diebold Nixdorf meldet herbe Verluste

Die Paderborner Tochter dämpft das Defizit der US-Konzernmutter

Martin Krause

Paderborn/North Canton. Der Deutsche Jürgen Wunram und sein US-Kollege Christopher A. Chapman, die den Diebold-Nixdorf-Konzern seit Dezember 2017 gemeinsam führen, haben für das Geschäftsjahr 2017 tiefrote Zahlen vorgelegt. Während sich der operative Verlust im Gesamtkonzern von 159,8 Millionen Dollar im Jahr 2016 auf nun 83,6 Millionen Dollar fast halbierte, wuchs der Verlust nach Steuern auf 205,5 (Vorjahr 170,7) Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund dafür sei die US-Steuerreform, die im vierten Quartal 2017 zu einer Einmalbelastung in Höhe von 95 Millionen Dollar geführt habe. Operativ leidet Diebold Nixdorf unter rückläufigen Umsätzen vor allem im Hardwaregeschäft mit Geldautomaten und anderem Equipment für Banken. Konzernweit schrumpfte der Umsatz um 8,3 Prozent auf 4,61 Milliarden Dollar. „Das Geschäft mit Kassensystemen für den Handel läuft hingegen gut", sagte ein Unternehmenssprecher. Und die Umsätze im Bereich Software und Services haben entweder zugelegt oder sind nur geringfügig gesunken. Beides – Retail- und Softwaregeschäft – „macht uns Mut", erklärten Wunram und Chapman. Schwäche auf dem US-Heimatmarkt Sie hatten die Konzernführung nach dem überraschenden Abgang von Andy Mattes Ende 2017 übernommen. Nun heißt es, die Entwicklung im vierten Quartal sei positiv. Es gebe „hohes Tempo" bei Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerung. Die Zahl der Mitarbeiter sank um gut 1.000 auf rund 24.000. Davon arbeiten 1.700 in Paderborn. Der Stellenabbau wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. In Paderborn werde die Belegschaft mittelfristig um weitere 200 auf dann 1.500 Mitarbeiter reduziert, sagte der Sprecher. Das Zahlenwerk offenbart aber auch die Schwäche auf dem Heimatmarkt des Mutterkonzerns: In Amerika sanken die Umsätze währungsbereinigt (und pro forma) um 14,5 Prozent auf 1,61 Milliarden Dollar. In Europa, Afrika und Middle East (EMEA), wo die Paderborner Tochter ihre starken Märkte hat, blieben die Einbußen mit minus 4,2 Prozent glimpflich. Die Paderborner Diebold Nixdorf AG lieferte dem Mutterkonzern im Geschäftsjahr 2016/17 (bis Ende September) fast 119 Millionen Euro Gewinn.

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