Symbolbild. - © KEYSTONE
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Paderborn Paderborner Jugendamt legt neue Zahlen zur Jugendkriminalität vor

Statistik: Im Jugendhilfeausschuss werden sinkende Zahlen präsentiert. Das Haus des Jugendrechts stützt und stärkt die Arbeit des Jugendamts

Holger Kosbab

Paderborn. Eine erhöhte Jugendkriminalität ist in Paderborn nicht feststellbar. Diese Schlussfolgerung zog der beim städtischen Jugendamt für die Jugendgerichtshilfe zuständige Willi Zenses im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats. Die von ihm präsentierten Statistiken zeigten rückgängige Zahlen. So sank etwa die Zahl der Gesamtverfahren von 1.244 im Jahr 2008 auf 823 im Jahr 2017. Die Zahl der betroffenen Jugendlichen reduzierte sich im selben Zeitraum von 923 auf 589. Etwa 70 Prozent der Betroffenen seien einmal auffällig geworden, 20 Prozent zweimal, sagte Zenses. Die restlichen zehn Prozent würden zum Teil über Jahre intensiv begleitet. Sieben von zehn jüngeren Tätern sind männlich. Die Zahl der Einzeldelikte ging seit 2008 von 1.289 auf 892 zurück, beispielsweise im Bereich Diebstahl auf 190 (2008: 348), beim Schwarzfahren (Beförderungserschleichung) auf 135 (220) und bei Körperverletzungen auf 100 (154). Zurück gegangen sei auch die Zahl der Delikte im Straßenverkehr wie Fahren ohne Führerschein und Trunkenheit am Steuer. Während 2008 noch 7,5 Prozent aller Jugendlichen in dem entsprechenden Alter zwischen 14 und 20 Jahren auffällig wurden, so seien dies im vergangenen Jahr noch fünf Prozent gewesen, sagte Zenses. "95 Prozent aller Jugendlichen fallen nicht auf." Für die Betreuung der jungen Intensivstraftäter sei das Haus des Jugendrechts sehr wichtig, sagte Zenses. Pro Jahr gebe es 30 bis 35 problematische Jugendliche. Ob das 2014 geöffnete Haus des Jugendrechts aber auch für den Rückgang der Fallzahlen verantwortlich sei, konnte Zenses nicht bestätigen. "Es stützt und stärkt uns aber bei der Arbeit mit den schwierigen Fällen."

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