Paderborn CDU-Mittelstand übt scharfe Kritik an der Deutschen Umwelthilfe

Zweifelhafte Grenzwerte sollten außer Kraft gesetzt werden

Peter Hasenbein

Paderborn. Im Interview mit der Neuen Westfälischen hat der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, Paderborn erneut mit einer Klage gedroht, wenn sich die Luftverhältnisse in den drei betroffenen Straßen Bahnhofstraße, Friedrichstraße und Residenzstraße nicht bessern sollten. Für schmutzige Dieselfahrzeuge sollte es nach Meinung von Resch Fahrverbote geben. Darauf reagiert der Vorsitzende der Paderborner CDU-Mittelstandsvereinigung, Friedhelm Koch. "Das Vorgehen der Deutschen Umwelthilfe in Sachen Stickstoffdioxide ist skandalös und gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit den sozialen Frieden in diesem Land", kontert Koch die Ankündigungen der Umwelthilfe in scharfer Form. Epidemologen der Weltgesundheitsorganisation WHO hätten Grenzwerte für Stickoxide festgelegt, die EU habe diese übernommen. "Aus wissenschaftlicher Sicht hätten jedoch Toxikologen diese Werte festlegen müssen. "Da hält sich niemand acht Stunden auf" Professor Helmut Greim von der TU München hält diese Festlegungen daher für ,Schmarrn?", betont Koch in seiner Stellungnahme. In Produktionshallen und an Arbeitsstätten dürfe der gemessene Wert 950 mg/Kubikmeter betragen, hier hielten sich die Menschen "mindestens acht Stunden auf". An der Paderborner Friedrichstraße halte sich niemand acht Stunden auf, hier liege der Wert jedoch bei 48 mg/Kubikmeter. "Warum man acht Stunden den 24-fachen Wert ertragen kann, wenn man Handwerker oder Industriearbeiter ist, aber Deutschlands Autoflotte verschrottet werden soll, wenn man sich kurzzeitig als Fußgänger zum Westerntor bewegt, ist ein Faktum, das immer mehr Bürger an der Politik verzweifeln lässt", kritisiert Friedhelm Koch und fragt: "Wer klagt da eigentlich und mit welchen Absichten?" Die Deutsche Umwelthilfe sei ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Die Geschäftsführer arbeiten hauptamtlich. Man habe 270 Mitglieder, 90 davon seien bei der Deutschen Umwelthilfe angestellt. Der Etat betrage 8 Millionen Euro. "Die DUH ist ein ,klageberechtigter Verbraucherschutzverband. 30 Prozent ihrer Einnahmen generiert die Deutsche Umwelthilfe daher als Abmahnverein. Sie geht u.a. gegen Vermieter vor, deren Angaben zum Energieverbrauch in Inseraten unvollständig sind. Der häufig von der DUH beklagte deutsche Staat ist so dumm, diesen Verein zu 38 Prozent durch Projektzuschüsse zu finanzieren", hat der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung herausgefunden. 2012 habe die Deutsche Umwelthilfe in einer Kampagne von Autoteilehändlern und Werkstätten gefordert, "ausschließlich Blauer-Engel-Kats oder Originalteile zu verkaufen und einzubauen", zitiert Friedhelm Koch die Quelle Wikipedia. "Nicht erwähnt hat sie dabei, dass sie selbst gemeinsam mit zwei anderen Organisationen dieses Umweltsiegel gegen Zertifizierung herausgibt und somit daran verdient", betont Friedhelm Koch weiter in seiner Stellungnahme. "Nicht dem Diktat der DUH unterwerfen" Komplett werde das Bild, "wenn man weiß, dass der größte Einzelspender der Deutschen Umwelthilfe die Fa. Toyota ist, die mit ihren Hybridfahrzeugen bei einer Durchsetzung absurd niedriger Grenzwerte zu den Profiteuren des Niedergangs der deutschen Autoindustrie gehören würde, von der jeder dritte Arbeitsplatz hierzulande abhängt", schreibt Koch weiter und legt nach: "Bei allem, was an Betrug und Dummheiten von der Autoindustrie bei Verfolgung der surrealen Grenzwerte vermurkst wurde, sollte man nicht so weit gehen, sich dem Diktat der DUH (oder demnächst der EU) zu unterwerfen. Die Chinesen wollen Deutschland mittelfristig als Weltmarktführer im Automobilbau ablösen. In Peking kann man den Feinstaub mit dem Besen messen oder vom Mundschutz kratzen. Eine Stickoxidmessung dürfte zu Weltrekorden führen. Es ist auch Aufgabe der nächsten Bundesregierung, gegen absolut zweifelhafte Grenzwerte vorzugehen, die auf der ganzen Welt nur in Deutschland intensiv ermittelt werden." Sollte es zu großflächigen Fahrverboten kommen, könnte die Bürgerschaft "in ungeahnter Weise zu Protesten bewegt werden", vermutet Koch: "Das sollte sich niemand wünschen. Vielleicht genügt es, wenn einige Politiker sich kneifen, um zu realisieren, welches dekadente Spiel mit uns gespielt wird."

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