Paderborn Paderborner SPD erleichtert über Schulz-Rückzug

Burkhard Blienert und Franz-Josef Henze hoffen auf „ruhigere Zeiten“ und eine „Befriedung innerhalb der Partei“

Birger Berbüsse

Paderborn. Der Paderborner SPD-Kreisvorsitzende Burkhard Blienert weilte am Freitag in Berlin, als ihn die Nachricht ereilte, dass Parteichef Martin Schulz auf das Außenministerium verzichtet. Allzu überrascht davon wirkte Blienert im Gespräch mit der NW nicht. „Dieser Schritt ist eine persönliche Entscheidung aufgrund der Diskussionen der vergangenen Tage", sagt Blienert dazu. Alle hätten zuletzt „ein Grummeln" in der Partei verspürt, weil Schulz Außenminister werden sollte. Mit der gestrigen Entscheidung hofft Blienert nun auf ruhigere Zeiten, wenn es um die Inhalte des Koalitionsvertrages geht. Damit meint der Kreisvorsitzende das SPD-Mitgliedervotum. Seine Meinung hat sich da mittlerweile durchaus gewandelt. Noch im Januar kündigte er in der Neuen Westfälischen ein „klares Nein" gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen an. GroKo ist "keine Koalition der Herzen" Angesichts des „sachlich starken" Vertrags und des Schlüssel-Ressorts für die SPD hat bei Blienert jedoch ein Umdenken eingesetzt. Er sagt jetzt: „Man kann dem als Sozialdemokrat guten Gewissens zustimmen." Dennoch müsse noch weiter diskutiert werden, auch sei das Bündnis "keine Koalition der Herzen". Der Paderborner SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze bedauert, „dass es so weit gekommen ist". In Anbetracht der innerparteilichen Diskussionen und der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit hält der Ratsherr den Entschluss von Martin Schulz jedoch für konsequent. „Das trägt hoffentlich zur Befriedung innerhalb der Partei ab", blickt Henze voraus. Menschlich tut ihm der gescheiterte Kanzlerkandidat und scheidende Parteivorsitzende leid. „Aber er hat offensichtlich Fehler gemacht, die er nicht mehr losgeworden ist." Bedauerlich findet es Henze, dass nun wieder Personalien statt Inhalte im Vordergrund stehen.

realisiert durch evolver group