Beim Karnevalsumzug in der Paderborner Innenstadt wurde ordentlich gefeiert. - © Ulrich Petzold
Beim Karnevalsumzug in der Paderborner Innenstadt wurde ordentlich gefeiert. | © Ulrich Petzold

Paderborn Konfetti und Kamelle beim Karnevalsumzug durch Paderborn

Um 14.14 Uhr fiel am Samstag der Startschuss am Paderborner Maspernplatz

Svenja Ludwig

Paderborn. Meerjungfrauen, 80er Jahre-Modesünden, mexikanische Totenfiguren oder doch die Sandmännchen? Bei der Parade durch die Paderborner Innenstadt hatte am Samstagnachmittag sicher jeder seinen Favoriten unter den 60 Wagen, Fuß- und Musikgruppen mit rund 2.200 Teilnehmern. Damit befindet sich der Umzug etwa auf Vorjahresniveau. Für 2019 erwarten die Veranstalter vom Karnevalsverein Hasi-Palau aber wieder Zuwachs: „Wenn der Karneval im März stattfindet, haben die Gruppen mehr Zeit zu bauen", weiß Geschäftsführer Michael Keck. Besonders gut kamen die Engel und Teufel von „De Paderbörner" beim Publikum an. Je nach Blickwinkel stießen sie das Höllentor oder die Himmelspforte auf – inklusive Pyrotechnik und Rauchentwicklung. „Der Wagen war besonders cool", so Besucher Jonas Hermkens, „die hatten Feuer, die beste Stimmung und gute Karnevalsmusik." Das wurde auch von höherer Stelle honoriert: Der Wagen der Paderbörner überzeugte die Jury. Zur besten Fußgruppe wurden die kleinen und großen Popcorntüten der Lutherschule gekürt – „Ganz großes Kino". „Trotz des Regens waren bestimmt 50.000 Menschen am Straßenrand", zog Michael Keck im Anschluss an den Umzug ein zufriedenes Fazit: „Jeder dritte Paderborner war auf den Beinen, das muss man erst mal schaffen." Mächtig Andrang zeigte sich auch rund um das Festzelt am Maspernplatz, wo so viele Jecken zum Feiern einkehren wollten, dass zwischenzeitlich niemand mehr eingelassen werden konnte. Bis zum Abend waren dem Hasi-Palau-Geschäftsführer „keinerlei Ausschreitungen" bekannt: „Eine ganz ruhige Nummer." Die Polizei bestätigte den friedlichen Eindruck: Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. An die Zahl der Zuschauer gingen die Beamten allerdings konservativer heran. 25.000 Menschen feierten entlang der Strecke, so ihre Schätzung, der sich auch die Feuerwehr anschloss. Die Stimmung jedenfalls war feucht-fröhlich. Bloß ein Problem gab’s: Was oben ’reingefüllt wird, muss bekanntlich unten wieder raus. Stille Örtchen waren jedoch kaum zu finden. Diverse Zuschauer berichteten von wenig begeisterten Lokalbesitzern, die in der City den Jecken ihre sanitären Anlagen überließen. Andreas Dubbi aus Sennelager hatte meterlange Schlangen vor den Damen-WCs in den Cafés beobachtet: „Für Frauen sind sonst keine Toiletten da, das ist ein bisschen blöd."

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