Glückwunsch: Landrat Manfred Müller (r.) überreicht Pablo Rivero-Lazcano die Ehrung für sein Engagement. - © Kreis Paderborn
Glückwunsch: Landrat Manfred Müller (r.) überreicht Pablo Rivero-Lazcano die Ehrung für sein Engagement. | © Kreis Paderborn

Paderborn Bundesverdienstkreuz: Ehrung für Arzt aus Leidenschaft

Pablo Rivero-Lazcano engagierte sich auch für Menschen in Südamerika

Paderborn. Der Bundespräsident hat dem Paderborner Pablo Rivero-Lazcano für jahrzehntelanges Engagement in den Bereichen Völkerverständigung und Entwicklungshilfe das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Manfred Müller überreichte die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des Ministerpräsidenten, des Ministers für Inneres und Kommunales sowie der Regierungspräsidentin aus. Positive Grundhaltung „Sie sind ein wahrer Christ und Mensch mit Herz", sagte Müller in seiner Laudatio. Und fügte hinzu: „Unermüdlich und mit sehr viel Zeitaufwand haben Sie daran gearbeitet, Menschen in Not – besonders im Krankheitsfalle – zu helfen." Mit seiner positiven Grundhaltung und Lebensfreude sowie seinem Engagement sei er Vorbild und motiviere andere zum Mitmachen. Pablo Livio Rivero-Lazcano wurde 1933 in Santa Cruz (Bolivien) geboren, ist verheiratet und hat drei Töchter, elf Enkelkinder und ein Urenkel. Er studierte in seiner Heimat Medizin und kam anschließend nach Deutschland, lernte dort seine Ehefrau kennen und kehrte 1966 mit ihr und seiner Familie nach Bolivien zurück. Dort nahm er in der Provinz eine Chefarztstelle in einem neuen Krankenhaus an. In den siebziger Jahren kehrte er wieder nach Deutschland zurück und arbeitete in Paderborn im Brüderkrankenhaus, wo er 1977 Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde und dies bis zu seiner Pensionierung 1998 blieb. Er galt als außerordentlich engagierter Mediziner. Nicaragua und Bolivien Bereits während seiner Berufsjahre engagierte er sich auch ehrenamtlich in Nicaragua und Bolivien. Er baute ein Dialysezentrum für chronisch Nierenkranke in Bolivien auf und trieb den Handel mit Bio-Café voran, der bolivischen Familien ein sicheres Einkommen verschaffen soll. 1978 war Pablo Rivero Mitbegründer der Deutsch-Spanischen Gesellschaft Paderborn. Von 1982 bis 2014 war er Vereinsvorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender. 1983 machte er sich mit der Deutsch-Spanischen Gesellschaft für ein Siedlungsprojekt in Sucre (Bolivien) für arme und kinderreiche Familien stark. Zusammen mit der Deutsch-Spanischen Gesellschaft baute er 1992 eine Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und der spanischen Stadt Pamplona auf. Daraus sind Schulpartnerschaften, ein wirtschaftlicher Dialog sowie der Kontakt mit der Universität Paderborn, der Polizei und den Eisenbahnfreuden entstanden. Um der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien entgegenzuwirken rief er ein Projekt ins Leben, dass es jungen Spaniern ermöglicht, eine Ausbildung in der Krankenpflege in Deutschland zu machen. Medizinische Hilfe Zudem machte sich Rivero-Lazcano für die Errichtung eines Krankenhauses in der bolivischen Kleinstadt Camargo stark, leistete dort mehrere Monate unentgeltlich medizinische Hilfe, sammelte Spenden, warb um Sponsoren und bemühte sich um die Übernahme von gebrauchten und ausgesonderten medizinischen Geräten aus Deutschland und organisierte deren Transport nach Bolivien. In Vorträgen berichtete er anschließend leidenschaftlich über seine Projekte und motivierte gleichzeitig interessierte Ärztinnen und Ärzte zur medizinischen Hilfe in Bolivien. Pablo Rivero erhielt bereits 2001 die Verdienstmedaille in Silber des Ordens pro Merito Melitensi durch Papst Paul II.

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