Aus drei wurden vier: Harald Lembke stellt sein Buch "Au revoir, geliebte Austern" vor. - © Jana Tessaring
Aus drei wurden vier: Harald Lembke stellt sein Buch "Au revoir, geliebte Austern" vor. | © Jana Tessaring

Paderborn Harald Lembkes neues Buch ist ein Roman, Kochbuch und Reiseführer zugleich

Monsieur Aral kehrt zurück

Jana Tessaring

Paderborn. Eigentlich hätte nach dem dritten Buch "Austern, Austern und kein Ende" Schluss sein sollen. Doch Harald Lembkes Leser wollten auch noch ein Wörtchen mitzureden haben und überzeugten den Paderborner davon, ein weiteres Mal sein Schreibwerkzeug in die Hand zu nehmen. "Au revoir, geliebte Austern" heißt der frisch veröffentlichte vierte Teil der Buchreihe. Mit dem Titel ist klar: Dieses Mal ist es definitiv das letzte Buch, das die Geschichte eines Westfalens erzählt, der auf der französischen Insel Oléron eine Menge Kurioses erlebt. "Das Werk ist autobiografisch, aber ab und an habe ich auch meiner Fantasie freien Lauf gelassen," sagt Harald Lembke. In Frankreich kennt man ihn als Monsieur Aral. "Unsere Nachbarn haben ja bekanntlich Schwierigkeiten das deutsche H auszusprechen", erklärt der Autor mit einem amüsierten Unterton in der Stimme, das Zustandekommen dieses Namens. Als Roman wird das literarische Stück betitelt, aber eigentlich mischen sich darin mindestens drei Genres. "Das Buch ist Roman, Kochbuch und Reisebeschreibung in einem", erklärt der 68-Jährige. Auch seine Leidenschaft zur Fotografie ließ er in sein Werk einfließen. Das Kochen ist eine weitere Leidenschaft des ehemaligen Realschulrektors, der schon in seiner Jugend zum Kochlöffel griff. Aus diesem Grund hat er das Buch mit einer Prise eigens kreierter Kochrezepte gewürzt. "Von meinen Lesern erfahre ich immer wieder, dass sie meine Rezepte fleißig nachkochen", sagt Harald Lembke nicht ganz ohne Stolz. Die Begeisterung für das Schreiben kam erst an der französischen Atlantikküste auf. Durch seine Freunde lernte er die Île d'Oléron kennen und lieben. "Ich schreibe seitdem ich auf der Insel eine Weile alleine, ohne Frau und Tochter, gelebt habe", sagt der Paderborner Autor. Denn seit Jugendtagen leidet Lembke unter Asthma. Das Meeresklima tut ihm gut. "Deswegen versuchen wir regelmäßig in unser französisches Ferienhaus zu fahren", erklärt Lembke. Anfangs ohne Französischkenntnisse musste er sich erst einmal auf der Insel zurechtfinden. Schnell fand er gute Freunde, die ihm unter dir Arme griffen und ihm halfen ein eigenes Häuschen zu bauen. Von den Franzosen fühlte sich Lembke eigentlich immer willkommen geheißen, mit einer Ausnahme. "Vandalen haben unsere Hauswand mit fremdenfeindlichen Parolen beschmiert", sagt der Paderborner. Es sei zum Glück bei einem einmaligen Vorfall geblieben. Beim Schreiben hat Lembke keine besonderen Vorlieben. Die meisten Bücher habe er zum Großteil in seinem Arbeitszimmer auf Oléron geschrieben. "Es kann passieren, dass ich Mitten in der Nacht aufstehe, weil mir eine Idee in den Sinn kommt, die ich direkt zu Papier bringen will," sagt Lembke. Die Leser hatten Glück, dass der Paderborner genug zusammen bekam, um aus der geplanten Austern-Trilogie eine Austern-Tetralogie zu machen. "Mein Buch verbreitet heitere Stimmung und entführt die Leser in eine herrliche Urlaubswelt", fasst Lembke zusammen. Die Leserinnen und Leser der NW kennen die Kochkünste von Harald Lembke bereits seit langem: Im Wechsel mit Carina Glöckner, die vegane und vegetarische Rezepte für uns aufbereitet, sorgt Harald Lembke für die fleich- und fischhaltigen Rezepte in unserer Donnerstag-Serie "Kochen mit und ohne Fleisch".

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