Paderborn Einsatz für Gemeinschaftsschule

Sigrid Beer ergreift auf Landesparteitag der Bündnisgrünen die Initiative

Sigrid Beer aus Paderborn. - © FOTO: EV. KIRCHENKREIS
Sigrid Beer aus Paderborn. | © FOTO: EV. KIRCHENKREIS

Paderborn. Auf Initiative der Paderborner Landtagsabgeordneten Sigrid Beer debattiert der Landesparteitag der NRW-Grünen am Wochenende über die Umwandlung der Bekenntnisgrundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen. Im Antrag wird eine deutliche Absenkung des Quorums zur Umwandlung gefordert. Den Kommunen soll ein entsprechendes Initiativrechts eingeräumt werden, wenn konfessionsgebundene Kinder nicht mehrheitlich in der Grundschule vertreten sind. "Gerade die Grundschulen müssen für alle Schülerinnen und Schüler offen und diskriminierungsfrei zugänglich sein. Die Gemeinschaftsgrundschule gewährleistet das Prinzip ‚kurze Beine kurze Wege‘ sowie Pluralität gegenüber Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen", erklärt Sigrid Beer.

Die Grünen wollen das Schulgesetz ändern und eine Mehrheit für die Verfassungsänderung suchen. Neben Niedersachsen haben nur noch in NRW die christlichen Bekenntnisschulen Verfassungsrang. Die Religions- und Konfessionszugehörigkeiten der Grundschülerinnen und Grundschüler in NRW wird immer heterogener und die Anzahl der konfessionell gebunden Kinder nimmt kontinuierlich ab. Das gilt auch für Paderborn. Im Schuljahr 2012/2013 wurden 46,3 Prozent der Grundschüler als katholisch, 22,7 Prozent als evangelisch und 9,7 Prozent als islamisch in den Schuldaten geführt. 14,3 Prozent der Schüler sind ohne Konfession. Von den 22 Paderborner Grundschulen in städtischer Trägerschaft sind 14 Bekenntnisschulen. Der Anteil der bekenntnisfremden Kinder an Paderborner Bekenntnisschulen liegt teilweise über 50 Prozent. "Daher müssen wir einen entsprechenden Umwandlungsprozess ermöglichen", fordern die Paderborner Grünen.

Die grüne Landtagsfraktion, erläutert die Parlamentarische Geschäftsführerin Sigrid Beer, habe in einem Dialogprozess und in vielen Gesprächen mit Eltern bis hin zu den Kirchen die beschriebenen Problemlagen erörtert. Die katholischen Bistümer in NRW hätten nach einem eigens angestrengten Arbeitsprozess bekundet, dass auch sie Veränderungsbedarfe in Bezug auf die Bekenntnisschulen sehen, ebenso wie die evangelischen Landeskirchen. "Ich begrüße diese Debattenbeiträge und Gesprächsergebnisse," erklärt Beer und kündigt einen Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes noch vor den Sommerferien an.

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