Vogelperspektive: Die Lichtenauer Stadtmitte. - © Archivfoto: Jens Reddeker
Vogelperspektive: Die Lichtenauer Stadtmitte. | © Archivfoto: Jens Reddeker

Lichtenau Nur die Neuverschuldung stört im Stadtrat

Zukunftsplanung: Lichtenaus Haushalt wird mit breiter Mehrheit durchgewunken. Kommunalpolitiker wollen Breitbandausbau vorantreiben

Svenja Ludwig

Lichtenau. Das Fest der Liebe steht an und in der Lichtenauer Ratssitzung waren die Fraktionen am Donnerstagabend offenbar schon von weihnachtlichen Gefühlen ergriffen. So konnten der von der Verwaltung Ende November eingebrachte Haushalt eine breite Mehrheit und die Fraktionsvorsitzenden in ihren Reden mehr Grund zum Lob als zur Kritik finden. Für fraktionsübergreifende Freude sorgt beispielsweise das geplante Schulungszentrum der Firma Enercon zunächst im Technologiezentrum, später dann im entstehenden Gewerbegebiet Leihbühl 2. „Nicht für Paderborn, nicht für Gütersloh, nicht für Herford oder Bielefeld, sondern für die kleine Gemeinde Lichtenau hat sich die weltweit agierende Firma Enercon entschieden", betonte Bernd Keiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Schulterklopfer verteilte auch Uwe Kirschner (FDP): „Die Energiestadt Lichtenau, auch wenn sie offiziell diesen Zusatznamen nicht oder noch nicht hat, wird durch diese Ansiedlung in ihrer Kernkompetenz gestärkt." Stadt will sich bei der Digitalisierung nicht abspeisen lassen Auch auf den begonnenen Breitbandausbau blicken die Fraktionen mit Wohlwollen. „Unsere kleinen Dörfer waren in der Vergangenheit extrem schlecht an das Internet angeschlossen", erinnerte sich Wigbert Ottemeier, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Nun seien Asseln, Hakenberg und Blankenrode mit schnellen Verbindungen versorgt. Gleichzeitig stellten die Parteien aber auch heraus, dass der Ausbau weiter voranschreiten müsse. „Hier muss Druck ausgeübt werden, so dass wir nicht mit einem Vectoring abgespeist werden und es damit dann gewesen sein soll", forderte etwa CDU-Fraktionsvorsitzender Josef Eich, „die Vernetzung mit Glasfaser muss auch weiter im Fokus aller Bemühungen stehen." Ein weiteres Anliegen der Christdemokraten ist die Glasfaservernetzung der Schulen. Zwar ist der Ausbau von Datenautobahnen auf dem Weg, doch die verkehrliche Situation im Kernort lässt zu Wünschen übrig. Von einem „Verkehrsinfarkt" an der B 68 sprach Josef Eich und machte deutlich: „Es ist Zeit, zu handeln." Zustimmung von Uwe Kirschner: „Die unmögliche Situation im Kreuzungsbereich Husener Straße/Lange Straße muss schnellstmöglich verändert werden." Auch die Grünen plädieren für Verbesserung, haben dabei aber nicht die Autos im Blick. Bernd Keiter fordert: „Die zentrale Kreuzung bedarf einer Entschärfung für Fußgänger." Während CDU, SPD und Grüne dem Haushaltsplan der Stadt geschlossen zustimmten, enthielten sich die zwei Ratsmitglieder der FDP. „Wir sind enttäuscht darüber, dass es dem Bürgermeister trotz gestiegener Einnahmen und niedriger Zinsen nicht gelungen ist, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren", formulierte Kirschner. Geplant ist eine Neuverschuldung von rund 1,3 Millionen Euro. Zu viel, fand auch Josef Eich (CDU): „Der Bürgermeister hat schönes Wetter angekündigt, wobei ein ausgeprägtes Tief bereits im Anmarsch ist." Angesichts der Lage solle das oberste Gebot die Konsolidierung des Haushaltes sein, formulierte Eich.

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