Etateinbringung: In Lichtenau wurde der Haushaltsplan für 2018 im Rat vorgestellt. - © Sarah Jonek
Etateinbringung: In Lichtenau wurde der Haushaltsplan für 2018 im Rat vorgestellt. | © Sarah Jonek

Lichtenau Etat Lichtenau: Schulden runter, Erträge rauf

Bürgermeister Josef Hartmann will gegen den Investitionsstau an Schulen angehen

Nicole Hille-Priebe

Lichtenau. Vier zentrale Themen prägen den Lichtenauer Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Zum ersten bleibe der Etat strukturell unausgeglichen - ein Haushaltssicherungskonzept werde laut Planzahlen trotzdem nicht notwendig, sagte Bürgermeister Josef Hartmann in seiner Haushaltsrede, mit der er den Etat gestern in den Rat einbrachte. Als Hauptursache nannte Hartmann hier die Kosten für infrastrukturelle Maßnahmen, da Lichtenau als Flächengemeinde für 15 Ortsteile mit einer Gesamtfläche von 192 Quadratkilometern zuständig sei. Ein weiterer Grund sei die Kreisumlage, die im kommenden Jahr rund 29 Prozent der Gesamtaufwendungen ausmachen werde. Zum zweiten entwickelten sich die Erträge aus Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer so gut, dass Lichtenau bald auf eigenen finanziellen Beinen stehen könne, ohne vom kommunalen Finanzausgleich abhängig zu sein. Dabei hätten die Einnahmen aus der Windenergie nicht nur einen positiven Effekt für das Gewerbesteueraufkommen, sondern erhöhten laut Hartmann auch die Kaufkraft der Bürger: "Nach unseren Berechnungen entfallen auf Pachten und Dividenden durch Genossenschaftsanteile, die dann anteilig auch unserem Einkommensteueranteil zugutekommen, etwa 4,6 Millionen Euro pro Jahr." An der Steuer- und Abgabenschraube werde in diesem Haushaltsentwurf daher nicht gedreht: "Die Sätze bleiben stabil", versprach der Lichtenauer Bürgermeister. Zum dritten gehen die Schulden zurück: "Von 2015 bis 2017 sind die Zahlen für Liquiditäts- und Gesamtkredite deutlich gesunken und den leicht gestiegenen Investitionskrediten stehen immer auch entsprechende Werte gegenüber. Ich denke, im Zusammenhang mit der Verschuldung haben wir eindeutig die Kurve gekriegt." Zum vierten gebe es in Lichtenau - wie eingangs bereits erwähnt - neue Anforderungen an die Infrastruktur, die sich im Haushaltsplan niederschlagen. "Neubaugebiete und Zuzug bedeuten auch Investitionen. An erster Stelle sind dringend notwendige Investitionen im Schulbereich zu nennen", sagte Hartmann. An allen drei Schulen zeige sich ein deutlicher Investitionsstau, "der angesichts der vorhandenen Fördergelder und niedrigen Zinsen sofort angegangen werden sollte". Für den Ausbau der Grundschule Lichtenau seien 276.900 Euro und für den Ausbau der Grundschule im Altenautal 268.100 Euro eingeplant. In den Ausbau der Kilian-Grundschule sollen bis 2020 insgesamt zwei Millionen Euro fließen, der Abriss der alten Turnhallen am Schulzentrum wird 174.000 Euro kosten und der anschließende Ausbau der Außenanlagen 187.000 Euro. Da dieser Haushalt in Lichtenau der erste ist, der bereits im November eingebracht und noch im laufenden Jahr verabschiedet wird, hofft Hartmann, schon früh im neuen Jahr mit der Umsetzung der Maßnahmen beginnen zu können.

realisiert durch evolver group