Urkunde aus der Hand des NRW-Ministerpräsidenten: (v. l.) Christian Schulte, Armin Laschet und Ulrich Buschmeier freuen sich über die Auszeichnung. - © Karl Finke
Urkunde aus der Hand des NRW-Ministerpräsidenten: (v. l.) Christian Schulte, Armin Laschet und Ulrich Buschmeier freuen sich über die Auszeichnung. | © Karl Finke

Lichtenau Mühlenhof Restaurierungen erhält Bundespreis

Karl Finke

Lichtenau-Husen. Zwischen Atteln und Husen verbirgt sich im Gewerbegebiet Auf dem Hohenloh in der früheren Holzwarenfabrik Spenner hinter grauen Fassaden ein mittlerweile hochkarätiger Restaurierungsbetrieb. Christian Schulte und Ulrich Buchmeier sind gelernte Tischler und Experten für Holzaufarbeitungen vergangener Epochen. Am Dienstagabend haben sie in Düsseldorf den Bundespreis der Stiftung Deutsche Denkmalpflege und des Handwerks in Empfang genommen. Ihre Geschichte hängt nur indirekt mit Nachfolgen des früher bekannten Paderborner Restaurierungsunternehmens Ochsenfarth zusammen. "Frühere Mitarbeiter, die sich selbstständig machten, konnten den Holzbereich nicht füllen", beschreibt der Husener Christian Schulte (41) einen Teil der Startchance. Nach ersten Auftragsarbeiten war er sich 2003 mit seinem früheren Azubi-Kollegen Ulrich Buschmeier (55, Bosenholz) einig: "Das können wir auch allein." Letzterer sammelte bis dahin viele Erfahrungen in der Möbel-Restauration. Schulte brachte eine Denkmal-Techniker-Ausbildung im Freilichtmuseum Detmold ins Unternehmen ein. Der Firmenname gründet auf Schultes Elternhaus in Husen, wo sein Vater Ferdinand (77) noch als gelernter Müller tätig war. Schon 2004 zog das Unternehmen in die Räume der alten Holzfabrik, steigerte dort die Auftragslage und gewann Mitarbeiter. Der Betrieb vergrößerte sich deutlich auf 15 Beschäftigte und mehr (heute 20) mit dem Zuschlag 2012 für Holzarbeiten in der Kölner Oper. Die ist bekanntlich mit mehr als einer Verdoppelung der Kosten (570 Mio. Euro) und weiteren Zeitverzögerungen in die Schlagzeilen geraten und soll von dem pensionierten Baudezernenten Bernd Streitberger (in den 1980er Jahren in Büren für die Innenstadtsanierung verantwortlich) auf Kurs gebracht werden. "Wir sind längst fertig", sagt Schulte zur Aufarbeitung der so genannten Stallen (Zwischenwände), deren Lack spröde geworden war. Die Mühlenhof GmbH erneuerte rund 1.200 Wand-Platten mit Furnier aus kaukasischem Flügelnuss-Holz. "Wir entwickeln uns mit jeder Baustelle weiter", sagt Schulte. Beide Geschäftsführer zeichnet ein besonderes Interesse für kunstvoll gestaltete Oberflächen, Verständnis für historische Materialien und Stile sowie das Zusammenspiel von alten mit modernen Handwerkstechniken aus. Bei der Restaurierung von Fenstern in Schlössern, Herrenhäusern und privatem Fachwerk kann der Betrieb in Zusammenarbeit mit Glasexperten auch heutigen Ansprüchen an den Energieverbrauch gerecht werden. Den Bundespreis erhielten die Mühlenhof Sanierungen für ihren Beitrag zur Erneuerung des privaten Fachwerkhauses am Roggenmarkt in Werne zugesprochen. "Die Auszeichnung belohnt unsere Arbeit der letzten Jahre", so Schulte zum Erhalt des Bundespreises. Der Betrieb wird im kommenden Jahr 15 Jahre alt und zählt mittlerweile zu den drei bis vier Top-Adressen der Branche in NRW. Im Sommer 2018 soll der Geburtstag mit einem Experten-Symposium und Tag der offenen Tür in neuen Räumlichkeiten gefeiert werden. Die Mühlenhof Restaurierungen werden von der Stadt Lichtenau eine freie und doppelt so große Halle in unmittelbarer Nähe im Industriegebiet Auf dem Hohenloh erwerben.

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