Prüfen Alternativen am Hauptverkehrsplatz: Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann (l.) und sein Allgemeiner Vertreter im Rathaus Jörg Altmeier. Die Fußgängerampel kann eine Stellschraube sein. Rechts in der Husener Straße stauen sich zu bestimmten Zeiten die Fahrzeuge. Links hinter dem Bauzaun entsteht das neue Ärztehaus. Hinten rechts das neue Betreute Wohnen auf der früheren Zender'schen Hofstelle. - © Karl Finke
Prüfen Alternativen am Hauptverkehrsplatz: Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann (l.) und sein Allgemeiner Vertreter im Rathaus Jörg Altmeier. Die Fußgängerampel kann eine Stellschraube sein. Rechts in der Husener Straße stauen sich zu bestimmten Zeiten die Fahrzeuge. Links hinter dem Bauzaun entsteht das neue Ärztehaus. Hinten rechts das neue Betreute Wohnen auf der früheren Zender'schen Hofstelle. | © Karl Finke

Lichtenau Lichtenau sucht nach Verkehrslösungen

An der Bundesstraße 68: Erstmals sollen in Lichtenau Parkplätze zeitlich beschränkt werden. An der Hauptkreuzung lassen sich ein Kreisel oder eine Straßen-Verschwenkung schwer realisieren

Karl Finke

Lichtenau. Die Stadt an der Bundesstraße 68 hat plötzlich Probleme, die vor Jahren noch nicht denkbar schienen. Unterhalb vom Rathaus, in der Husener Straße, staut sich zu bestimmten Tageszeiten der Verkehr. Während eine passende verkehrliche Lösung an dieser unechten Hauptkreuzung noch nicht entschieden ist, steht dies schon fest: Neue Abstellflächen für Pkw sind vonnöten und zukünftig werden erstmals in der Stadtgeschichte Parkzeiten begrenzt. Die Sorge um ausreichend Parkmöglichkeiten hegten in der jüngsten Bürgerversammlung zum Verkehrsthema vor allem Geschäftsleute. Mit der Fertigstellung des neuen Ärztehauses an der B 68 steigt der Bedarf für Mitarbeiter und Besucher. In die Immobilie des Unternehmer Michels (Grundsteinheim) ziehen ein Allgemeinmediziner, ein Logopäde und ein Physiotherapeut/Ergotherapeut aus dem Kernort um, dazu - neu in der Stadt - eine Kinderpsychologin ins Dachgeschoss des Hauses. Noch gilt die Vereinbarung, dass die freie Fläche oberhalb ausschließlich öffentlicher Parkplatz (25-28 Plätze) wird, so Bürgermeister Josef Hartmann. Doch die neuen Bewohner haben neben sieben Stellplätzen auf der unteren Seite (vor dem neuen offenen Jugendtreff) weiteren Bedarf angemeldet. Bei der Suche nach zusätzlichen Parkflächen gehen der Bürgermeister und sein Team mehrere Wege. Am Stadtrand, wo die Immobilie des früheren Lidl-Marktes schon länger leer steht, sollen in der Straße Zur Allenstadt etwa 20 Plätze für Berufspendler in Fahrgemeinschaften Richtung Paderborn angeboten werden. Nicht zuletzt für Berufstätige in Lichtenau geht Stadtoberhaupt Hartmann in Gespräche über zwei Grundstücke in der Glockenstraße (parallel zur B 68), wo ein altes Bauernhaus nur noch von Tieren bewohnt ist. Auf der anderen Seite der B 68 sollen in der Glockenstraße, die schon zum Parken genutzt wird, Stellflächen farblich markiert werden. Bei den geplanten Parkzeiteinschränkungen vor allem an der Bundesstraße denkt der Bürgermeister vor allem in Richtung eines Zwei-Stunden-Limits. Mit verkehrlichen Lösungsvorschlägen hat der Stadtrat ein Delbrücker Planungsbüro beauftragt. Für eine Zusammenführung der Husener und der Driburger Straße mit einem Kreisverkehr oder einer Verschwenkung der Driburger Straße ist nicht nur die Topographie schwierig. Der Landesbetrieb Straßen NRW sieht nach wie vor keinen Bedarf, an dieser Stelle tätig zu werden (2015: 8.579 Fahrzeuge/Tag). Ohne eine finanzielle Beteiligung des Landes hält Hartmann eine Baumaßnahme (500.000 Euro bis eine Million Euro) nicht für finanzierbar. Auf eins hat der Bürgermeister allerdings aufmerksam gemacht. Lichtenau werde zwar nicht offiziell aber in der Realität als Umleitungsstrecke bei Arbeiten auf der A 44 zwischen Diemelstadt und Bad Wünnenberg genutzt. Weitere Brückenarbeiten stehen dort in Zukunft bevor. Am Montag, 28. August, wird auf der Bundesstraße zwischen Lichtenau und Kleinenberg zunächst einmal eine neue Asphaltdecke aufgebracht. Aus den Reihen der Bürger wurden neben dem Wunsch nach einer gesetzlich nicht möglichen Tempo-30-Zone auf der Bundesstraße auch kleinere Verkehrslösungen vorgeschlagen, so Jörg Altemeier als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Er nennt einen Zebrastreifen für Fußgänger, eine Abbiegespur auf der B 68 oder eine große Ampellösung. Die kleine Fußgängerampel soll heute schon per Videokamera für Rotlicht sorgen, wenn in der Husener Straße der Verkehr zu lange steht. Daneben hilft, dass Ortskundige auf der B 68 freiwillig anhalten, um Fahrzeuge von der Husener Straße einbiegen zu lassen. In einer neuerlichen Bürgerversammlung im November sollen erste Lösungsvorschläge zur Bewältigung der Verkehrsprobleme vorgestellt werden. "Die andere Seite der guten Entwicklung", nennt Rathauschef Hartmann die Verkehrssituation - und sein Vertreter Altemeier spricht von der Formel, "wenn ein Dorf zur Stadt wird".

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