International: Am Stand von Schwester Tatiana können Besucher Ikonen, Matroschkas und andere Handgemachte Waren kaufen. - © Daniel Quick
International: Am Stand von Schwester Tatiana können Besucher Ikonen, Matroschkas und andere Handgemachte Waren kaufen. | © Daniel Quick

Lichtenau-Dalheim Lichtenaus Kloster Dalheim präsentiert Europas größten Klostermarkt

Handarbeit und Herzlichkeit: Kuscheltiere, Taschen, Kräuterkissen, Süßes und viele weitere Eigenkreationen werden in Dalheim angeboten. Besucher erhalten Einblicke in den Alltag von Ordensbrüdern und -schwestern

Daniel Quick

Lichtenau-Dalheim. Jedes Jahr am letzten Augustwochenende ist es wieder soweit. Die Klosteranlage in Dalheim, heute das LWL-Landmuseum für Klosterkultur, öffnet seine Pforten für den inzwischen größten Klostermarkt Europas. Auf Einladung der Stiftung Kloster Dalheim reisen Ordensbrüder und -schwestern aus rund 40 Abteien, Stiften und Klöstern aus der ganzen Bundesrepublik, aber auch aus Österreich, Tschechien und Weißrussland an, um auf dem Markt ihre selbsthergestellten Waren zu präsentieren. „Der Klostermarkt ist eine hervorragende Gelegenheit, mit der Vielfalt heutiger Klosterkulturen in Berührung zu kommen. Besucher können hier klösterliche Tradition sehen, hören, schmecken, anfassen und sich mit den Ordensleuten über Gott und die Welt austauschen", erläutert die Vorsitzende der Stiftung Kloster Dalheim Barbara Rüschoff-Parzinger. „Wir sind schon zum zehnten Mal hier und verkaufen handgefertigte Kuscheltiere, Taschen, Karten und vieles mehr. Für viele Leute ist der Klostermarkt bereits Tradition und sie besuchen uns jedes Jahr erneut an unserem Stand. Besonders toll finde ich am Klostermarkt den direkten Kontakt zu den Menschen.", erzählt Schwester Franziska von den Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau aus dem Kloster Brede in Brakel. „Die Besucher des Klostermarktes sind offen und herzlich. Hier herrscht immer eine schöne Atmosphäre, die wir dazu nutzen, um unsere Gemeinschaft zu präsentieren. An unserem Stand können Gesundheits- und Kräuterkissen sowie handgefertigte Teddybären erworben werden", sagt Schwester Stephanie von der Kongregation der Jakobusschwestern vom kostbaren Gewand Jesu aus Paderborn. Dieses Jahr ebenfalls im Angebot seien Spendenkissen für das Projekt „Mama Bärchen hilft". „Mit dem Erlös der verkauften Kissen möchten wir Familien dabei unterstützen, die Versorgung ihrer Babys zu verbessern, indem wir ihnen Babyartikel wie Windeln, Milchpulver und Gläschen, Feuchttücher, Schnuller, Fläschchen oder Körperpflegemittel zur Verfügung stellen", so Schwester Stephanie. So vielen Menschen wie nur möglich zu helfen, liegt auch Schwester Tatiana aus dem Kloster der Heiligen Elisabeth, das im weißrussischen Minsk liegt, am Herzen. Die Schwestern des Klosters haben sich der Unterstützung psychisch erkrankter Menschen verschrieben. Zur Ausstattung der Kirchen und zur finanziellen Unterstützung des Klosters verkaufen sie Waren wie zum Beispiel Ikonen, Keramik oder Armbänder an ihrem Stand, die in über 20 Werkstätten hergestellt wurden. „Der Klostermarkt ist eine gute Möglichkeit, dass Gläubige zusammenkommen und sich untereinander austauschen", sagt Schwester Tatiana. Für die zahlreichen Besucher ist der Klostermarkt ein Heidenspaß und für den ein oder anderen ist es bereits Tradition, am bunten Marktgeschehen teilzunehmen. So auch für Julianne Kästner die aus Marsberg angereist ist: „Der Klostermarkt ist ein tolles Ereignis. Ich komme jedes Jahr mit meinen Freunden hier her. Man trifft immer nette Leute und bekommt tolle Sachen für sein Geld, die es so teilweise auf keinem anderen Markt zu kaufen gibt. Besonders gefällt es mir, dass es hier nicht so kommerziell zugeht, wie das auf so manch anderem Markt der Fall ist." Zum Rahmenprogramm gehörten dieses Jahr eine Klosterwerkstatt, in der Kinder unter anderem Schiffchen aus Holz bauen oder kleine Schlüsselanhänger basteln konnten, ein Eltern-Kind-Bewegungsparcours, ein Streichelzoo und verschiedene Handwerksvorführungen wie beispielsweise das Brauen in der Brauerei oder das Weben im Schaftwebstuhl in der Weberei.

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