Lichtenau Beim Festival „Dalheimer Sommer“ geht's um Krieg und Liebe

2018 präsentiert sich das Kulturfestival mit Schauspiel und Konzerten zwischen Krieg und Liebe. Zum Programm gehören auch eine Rückkehr und eine besondere Premiere

Holger Kosbab

Lichtenau-Dalheim. Ein Kammer-Musical um Liebeswirrungen, eine moderne Internet-Liebschaft, eine Lesung für die ganze Familie und unterschiedlichste Musik präsentiert der Dalheimer Sommer 2018. Vom 20. Juli bis 12. August sind im Landesmuseum für Klosterkultur des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Dalheim insgesamt zwölf Veranstaltungen zu erleben, darunter eine besondere Premiere. Oberthema ist "Krieg und Liebe". Festival-Intendant ist zum dritten Mal der renommierte Musiker Arno Paduch. Veranstalter sind die Stiftung Kloster Dalheim und der Verein der Freunde des Klosters Dalheim. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und anlässlich des Beginns des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren steht die Spielzeit im Zeichen des Gedenkens. Daher vereine das Kulturfestival "Musik, Literatur und Schauspiel aus fünf Jahrhunderten, die sich zwischen Auseinandersetzungen und Kompromissen, Feindseligkeit und Zuneigung - Krieg und Liebe bewegen", sagt Paduch. "Das Programm soll so abwechslungsreich wie möglich sein, ohne beliebig zu sein." Es soll möglichst viele Zielgruppen ansprechen, die sich auf eins immer verlassen könnten: Die Qualität stimme auf jeden Fall. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 1.400 bis 2.000 Besuchern. "Viel Lärm um nichts" Auch das Kloster Dalheim habe in den Jahren ab 1618 gelitten, sagt Museumsdirektor Ingo Grabowsky. Der Titel des Tolstoi-Klassikers "Krieg und Frieden" sei dabei bewusst abgewandelt worden in die Widerparts Krieg und Liebe. Ein Beispiel dafür ist das Konzert des Teatro del mondo: Es spielt Claudio Monteverdis Madrigale von Krieg und Liebe, die der Komponist während des Dreißigjährigen Krieges geschaffen hat. Sie stehen für "den Menschen voller Konflikte und Gegensätze als leidenschaftliches Wesen", wie Intendant Paduch sagt. Für Fans Alter Musik sind gleich mehrere Konzerte interessant. Neben Teatro del mondo gibt es einen Konzertabend von CordArte und Viola Blache mit den venezianisch-theatralischen Werken von Heinrich Schütz. Mit Musik zum Dreißigjährigen Krieg, darunter Andreas Hammerschmidt und Gustav Düben, gibt das preisgekrönte Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung von Intendant Arno Paduch das Abschlusskonzert des Dalheimer Sommers. Um Leidenschaft geht es auch in "Viel Lärm um nichts", wobei das Publikum erneut eine wilde Shakespeare-Bearbeitung des Holzhausen-Quartetts als Kammer-Musical erwarten kann. Schon im Vorjahr, als sich die Gruppe, den "Sommernachtstraum" vorgenommen hatte, zahlte sich der respektlose Umgang mit dem Stoff aus. "Wir hoffen, dass das auch in diesem Jahr wieder Besucher anziehen wird", sagt Grabowsky. Festival zieht erstmals nach Lichtenau In seiner 22. Auflage verlässt das Kulturfestival erstmals das Kloster und zieht in die Kirche St. Kilian nach Lichtenau. Dort spielen Joachim Pliquett und Arvis Gast mit Orgel und Trompete Werke von John Loeillet, Johann Sebastian Bach und Dieterich Buxtehude. Die moderne Version eines Briefromans präsentieren Katja Heinrich und Harald Schwaiger. Das Theater austroPott widmet sich dem Thema Internet-Liebe und bringt den Bestseller "Gut gegen Nordwind" auf die Bühne. Eine Brücke zur Dichtung schlägt eine Lesung mit Musik. Maja Nielsen liest aus ihrem Jugendbuch "Feldpost für Pauline". Darin erhält die 14-jährige Pauline mit fast 100 Jahren Verspätung Post aus Verdun und ist dem Geheimnis des historischen Briefes mit detektivischer Neugier auf der Spur. Irmelin Podszus begleitet die Reise in die Vergangenheit mit dem Cello. Wieder zum Programm gehört nach vielen Jahren ein Wandelkonzert. An drei Orten - unter anderem im Süd- oder Gewölbekeller - werden drei unterschiedliche Ensembles Musik aus drei verschiedenen Epochen spielen. Beim Picknickkonzert sorgt das Ensemble Percussion Posaune Leipzig für Klanggenüsse. Eröffnet wird der Kulturreigen vom Festspiel-Ensemble des Dalheimer Sommers: Die Capella Dalheimensis unter der Leitung von Thomas Berning spielt italienische Musik aus der Zeit der Glaubenskriege. Karten für den Dalheimer Sommer sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich. Mit einer Karte ist der freie Eintritt in die Kloster- und Gartenanlage verbunden.

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