Moorwanderung: Mit Blick auf den unebenen Boden stapften die Teilnehmer der Führung durch das Naturschutzgebiet. Festes Schuhwerk ist hierbei Pflicht. - © Daniel Quick
Moorwanderung: Mit Blick auf den unebenen Boden stapften die Teilnehmer der Führung durch das Naturschutzgebiet. Festes Schuhwerk ist hierbei Pflicht. | © Daniel Quick

Lichtenau Renaturierung der Moorgebiete bei Lichtenau bald abgeschlossen

Naturschutz: Wanderung durch die Moorgebiete Eselsbett und Schwarzes Bruch. Mitarbeiter der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne zeigen Interessierten die Schönheit der Naturschutzgebiete

Daniel Quick

Lichtenau. Der Weg ist uneben und nass. Die Stiefel versinken knöcheltief im Untergrund. Trotz dieser Widrigkeiten stapften jetzt etwa 25 Teilnehmer in die Moorgebiete Eselsbett und Schwarzes Bruch. Unter der Führung von Peter Rüther und Kathrin Fieseler von der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne wurde die Schönheit der Naturschutzgebiete der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während der zweistündigen Führung berichtete Peter Rüther von bisherigen und zukünftigen Maßnahmen, mit deren Hilfe die Moore renaturiert werden. Die Eggemoore liegen am Westhang des bewaldeten Eggegebirges am Übergang zur Lichtenauer Kulturlandschaft. "Wie auch bei vielen anderen Mooren ist hier das Problem, dass versucht wurde, das Moor zu nutzen", erklärt Peter Rüther, Vorsitzender der Biologischen Station. Dabei wurden einige Moorflächen mit Fichten und Kiefern aufgeforstet, um so wenigstens einen geringen Ertrag auf diesen ansonsten unproduktiven Flächen zu erzielen. Zudem wurden Entwässerungsgräben und Abflussmulden geschaffen, die die Flächen trockener und damit land- und forstwirtschaftlich besser nutzbar machen sollten. "In Folge dieser Maßnahmen konnten dann auch weitere Gehölze einwandern, welche wiederum die Entwässerung der Moorgebiete weiter verstärkten", so Rüther. "Seit 2013 wird die Wiederherstellung der FFH-Gebiete Eselsbett und Schwarzes Bruch und Sauerbachtal Bühlheim durch das EU-Projekt LIFE+ gefördert. Mit einem Projektbudget von 1,8 Millionen Euro sollen die komplexen Ökosysteme der Moore wieder aufleben. Der EU-Anteil beträgt etwa 50 Prozent und die übrigen 50 Prozent werden vom Landesbetrieb Wald und Holz und vom Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt", sagt Peter Rüther. Ziel des Projektes sei es, die Entwässerungsgräben und Abflussmulden zu verschließen, sowie die in den letzten Jahrzehnten aufgewachsenen Gehölze wie Kiefern, Fichten und Weiden zu entfernen. Dadurch soll das Torfwachstum wieder in Gang und der Wasserhaushalt in Ordnung gebracht werden, erläutert der Vorsitzende. Die Beendigung der Renaturierung schätzt Rüther auf etwa 2019 Als Reste eines ehemals weiter verbreiteten Lebensraumes sind die kleinen Moore des Eggegebirges wichtige Rückzugsgebiete für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Deshalb wurden die Naturschutzmaßnahmen des Projektes so geplant, dass sie besonderes diesen Arten helfen. So soll unter anderem mit Pflanzenarten wie der Moosbeere, Rasenbinse oder Schmalblättrigem Wollgras für Vogelarten wie den Raubwürger, Schwarzkehlchen und Wiesenpieper ein Lebensraum geschaffen werden. "Ein sehr großer Erfolg wäre es, wenn man die Bekassine wieder ansiedeln könnte, auch wenn dies wohl recht schwierig wird", bemerkt Rüther. Die Beendigung der Renaturierung schätzt Rüther auf etwa 2019. Bis dahin sollen alle Arbeiten und Pflegemaßnahmen abgeschlossen sein. "Wir sind gespannt, wie sich das Ganze in Zukunft entwickeln wird", sagt Peter Rüther. Für die Zukunft seien auch weiterhin öffentliche Moorführungen geplant. "Es ist uns wichtig, regelmäßig über diese Themen zu informieren", betont er. Auch die teilnehmenden Naturfreunde zeigten sich sichtlich beeindruckt von den Moorgebieten und empfanden die Moorwanderung als ein angenehmes Abenteuer. "Ich fand die Moorwanderung sehr schön und zugleich informativ. Gerade da es nicht mehr so viele Moore in der Umgebung gibt, ist es sehr spannend, mehr über diese zu erfahren", berichtet Michaela Meyer. Weitere Informationen zu den Hintergründen, zum aktuellen Projektstand und zu weiteren Führungen gibt es auf www.bs-paderborn-senne.de.

realisiert durch evolver group