Beruflich im Wald: Oliver Sielhorst (r.) hat im Forstbetriebsbezirk Hardehausen seinen neuen Wirkungskreis. Zusammen mit Forstamtsleiter Roland Schockemöhle schaute der Förster jetzt bei einer besonders prächtigen alten Buche vorbei. - © Jutta Steinmetz
Beruflich im Wald: Oliver Sielhorst (r.) hat im Forstbetriebsbezirk Hardehausen seinen neuen Wirkungskreis. Zusammen mit Forstamtsleiter Roland Schockemöhle schaute der Förster jetzt bei einer besonders prächtigen alten Buche vorbei. | © Jutta Steinmetz

Lichtenau-Kleinenberg Neuer Förster im Eggedorf Lichtenau-Kleinenberg

Zurück zu den Wurzeln

Jutta Steinmetz

Lichtenau-Kleinenberg. Es ist zwar bereits vier Wochen her, dass das Sturmtief "Friederike" über die Region fegte und in den heimischen Wäldern mächtig einschlug. Seitdem sind die Förster fast unablässig in ihren Revieren unterwegs, um die Schäden zu sichten, ihre Beseitigung in die Wege zu leiten. Für Oliver Sielhorst kommt dieser Zwang zur Umtriebigkeit zur richtigen Zeit. Er hat im Forstbetriebsbezirk Hardehausen am 1. Februar seinen Dienst aufgenommen. "Ich lerne das Revier durch Friederike kennen", lacht der 43-Jährige. Das Sturmtief hat nämlich mächtig eingeschlagen im Forstbetriebsbezirk Hardehausen. "Es liegen gut 20.000 Festmeter Holz", sagt Sielhorst, und damit deutlich mehr als die gut 12.500 Festmeter, die sonst pro Jahr geschlagen würden. "Ich habe hier jetzt schon viele Spuren im Schnee hinterlassen." Sein neues Revier ist rund 2.300 Hektar groß und umfasst Waldgebiete der Kreise Paderborn und Höxter. Über die Hälfte des Reviers ist Laubwald Über die Hälfte macht Laubwald aus, "ein Schwerpunkt ist die Eiche", sagt Sielhorst. Auf 40 Prozent der Fläche wächst hier die Fichte - noch. Denn wie im Staatswald überhaupt wird auch hier der Umbau zu Mischwäldern vorgenommen. Fichten haben da, vor allem wegen ihrer Windanfälligkeit, keine Zukunft mehr. Apropos Nadelbaum: unter diesem Aspekt hat Sielhorsts neues Revier eine Besonderheit zu bieten. Bei Blankenrode gedeiht ein Bestand an Weißtannen - in der Region eine Rarität - prächtig und ist, wie Forstamtsleiter Roland Schockemöhle erklärt, das einzige Vorkommen, das in Nordrhein-Westfalen zur Saatgutgewinnung genutzt wird. Doch Sielhorst freut sich vor allem auf die vielfältige Fauna, denkt dabei aber nicht nur an die stattlichen Bestände von Reh-, Rot- und Schwarzwild, die vor allem Jägerherzen höher schlagen lassen. Schwarzstorch, Schwarzspecht wie auch die Wildkatze sind in seinem neuen Revier gleichfalls zu Hause. Für den Förster schließt sich ein Kreis "Das ist der Vorteil naturnaher Bewirtschaftung", erklärt er und erzählt von Zeitgenossen, die sogar das Haselhuhn in den heimischen Wäldern vermuten. Für Oliver Sielhorst schließt sich nun ein Kreis. Schließlich hat er nach dem Studium in Göttingen seine Anwärterzeit in Dalheim verbracht und währenddessen in Kleinenberg gelebt. "Er sagte immer, dort sei das schönste Revier", plaudert Forstamtsleiter Schockemöhle aus dem Nähkästchen. Und so habe er dem 43-Jährigen auch das Signal gegeben, sich doch auf die Stelle zu bewerben, als Förster Christian Düll in den Nationalpark Eifel wechselte. "Ich bin überzeugt, dass Oliver Sielhorst den Forstbetriebsbezirk Hardehausen im Sinne des Landes weiterentwickeln wird", sagt Schockemöhle und gibt mit dem Waldinformationszentrum Hammerhof ein wichtiges Stichwort. "Da wird es Synergieeffekte geben", ist er sicher. Klar, dass Sielhorst in den nächsten Wochen seine Zelte in Bredelar, wo er drei Jahre Dienst tat, abbrechen und mit seiner Frau und den beiden Kindern das Kleinenberger Forsthaus einziehen wird. Eine Vorhut ist bereits dabei, das beschauliche Eggedorf zu erobern. Johanna, mit sechs Jahre die ältere Tochter, besucht schon seit ein paar Wochen den Kleinenberger Kindergarten.

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