Tanzalarm im wilden Westen: Die Lichtenauer Showgirls üben den Schulterschluss mit ihren männlichen Unterstützern. - © Dietmar Gröbing
Tanzalarm im wilden Westen: Die Lichtenauer Showgirls üben den Schulterschluss mit ihren männlichen Unterstützern. | © Dietmar Gröbing

Lichtenau Die Spielschar in Lichtenau begeistert jeckes Publikum

Jecken und Narren: Die Lichtenauer Abteilung bittet zur Karnevalsgala. Zahlreiche Sketche wechseln sich mit Tanzdarbietungen ab. 60 Akteure unterhalten 400 Besucher

Dietmar Gröbing

Lichtenau. Zwischen Karnevalssamstag und Rosenmontag liegt der allgemein als Ruhetag geltende Sonntag. Doch mit der Ruhe ist es in Lichtenau nicht weit her. Hier setzt die heimische Spielschar alljährlich ihre jecke Sonntagsduftmarke. Auch im Jahr 2018, als man zu (un)gewohnter Zeit zum gewohnten Ort bat. Und so wurde am Sonntagabend wieder mal ausgelassen in der Schützenhalle gefeiert. Hauptdarsteller der närrischen Sause waren rund 460 Menschen. Davon hielten sich 60 auf der Bühne auf, der Rest davor. Das reichte allemal für ein Event voller Kurzweil. Hauptbestandteil war eine Melange aus Wort- und Bewegungsmodulen. Hinzu gesellten sich die fantasievollen Kostümierungen der Lichtenauer Damen und Herren. Dominosteine, Schlafwandler und Blumenwiesen buhlten um Aufmerksamkeit, die ihnen prompt zuteil wurde. Ins Auge fielen zudem die Choreographien und Outfits der verschiedenen Bühnengruppierungen, die ihre bunten Gewänder den individuellen Themen angepasst hatten. Zusammen gestellt wurde das Programm von Patrick Berlage. Der Lichtenauer hatte im Vorfeld darauf geachtet, dass sich Komödiantisches und Tänzerisches die Waage halten. Ergebnis war eine abwechslungsreiche wie kurzweilige Agenda. Genährt wurde sie von diversen Sketchen, Showtanzanteilen und einer Lichtenauer Chronik. Letztere ließ örtliche Highlights des vergangenen Jahres Revue passieren. Unter anderem die Eröffnung der Seniorenresidenz Floerkes Hof. Diese ginge laut der Laudatoren David Glahn und Patrick Berlage mit einem „schlagartigen Anstieg der Rollatoren-Zahl in Lichtenau einher". Wobei der ein oder andere Senior seine helle Freude an dem in Plattdeutsch vorgetragenen Sketch „Lechnogge kürt platt" (Lichtenau spricht platt) gehabt haben dürfte. Hochdeutsch wurde unterdessen auf dem Kasernenhof gesprochen. Die vorgeführten „Freiwilligen beim Bund" hatten jedoch keine Lust, Befehle auszuführen, sondern wollten „lieber zum Italiener", um zu entspannen. Ähnlich wie die beiden Mönche, die sich auf einer Parkbank trafen. Während eine Flasche Wein geleert wurde („Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen"), geriet man ins Sinnieren über das Zölibat. Der von Bruder Fidelius durch das Zölibat verursachte „Gliederschmerz" löste sich sogleich in Luft auf, denn der Mönch kannte ein probates Gegenmittel: „Klosterfrau aktiv".

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