Hövelhof Naturschützer fürchten Ausverkauf der Senne

Nach den Kaufabsichten aus der Sennegemeinde

Kreis Paderborn. In Herford und Hameln werden in den nächsten beiden Jahren jeweils mehrere hundert britische Soldaten abgezogen, und schon meldet Hövelhof in der jüngsten Ratssitzung Besitzansprüche auf sein Gemeindegebiet auf dem Truppenübungsplatz in der Senne an. "Wird es jetzt schon vor dem bis 2020 angekündigten Abzug der Briten zum Ausverkauf der Senne kommen?" fragt Fritz Buhr als Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände.

Bisher habe die Mehrheitsfraktion in Hövelhof und besonders in Augustdorf doch immer wieder lautstark gefordert, die Briten müssten weiter in der Senne bleiben und nach ihrem in weiter Ferne liegendem Abzug solle die Bundeswehr den Truppenübungslatz nutzen. Dies habe doch auch de Maiziere gefordert.
Nachdem Hövelhof mit der Forderung nach 18 Quadratkilometern Senne auf dem Truppenübungsplatz einen ersten Aufschlag gemacht hat, dürften wohl weitere Senneanrainer folgen und ihrerseits Gebietsansprüche gelten machen. Von Schlangen liegt beispielsweise 75 Prozent des Gemeindegebiets auf dem Truppenübungsplatz. Die Begehrlichkeiten der Sennerandgemeinden sind geweckt.

Diese Begehrlichkeiten werden wohl auch ein offenes Ohr finden bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und beim Bundesforst, der als Sparte zufälligerweise mit einer Zweigstelle in Hövelhof angesiedelt ist. "Gab es hier einen kurzen Dienstweg?", mutmaßt Buhr? Die BImA ist beauftragt, Bundesliegenschaften zur Verbesserung des defizitären Bundeshaushalts zu verkaufen.
"Jetzt ist es an Umweltminister Remmel zu handeln", fordert Thomas Hüvelmeier, Kreissprecher des NABU und Herbert Gruber, Kreissprecher des BUND fügt hinzu: "Wie will der Minister das FFH und EU Vogelschutzgebiet naturschutzrechtlich absichern, wenn jetzt die Randgemeinden anfangen vermeintliche Rechtsansprüche "für die Zeit danach" geltend zu machen und es für ihre Zwecke zu nutzen?"

Schließlich gelten, so meinen die Paderborner Naturschutzverbände, noch immer diverse Landtagsbeschlüsse seit 1991, nach denen die Senne nach Aufgabe der militärischen Nutzung Nationalpark werden soll. Und die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat festgestellt und ist darin auch vom Bundesamt für Naturschutz bestätigt worden, dass die Senne auch für sich allein – also ohne Teuto - nationalparkwürdig ist.
     

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