Schulweg über eine vielbefahrene Straße - und im Dunkeln: Shahram Rahmati und die Schulkinder Lea, Jaqueline, Emily, Yasmin, Kevin, Oliver, Charlotte und Emma fühlen sich mit ihrem Anliegen im Regen stehen gelassen. - © Andreas Götte
Schulweg über eine vielbefahrene Straße - und im Dunkeln: Shahram Rahmati und die Schulkinder Lea, Jaqueline, Emily, Yasmin, Kevin, Oliver, Charlotte und Emma fühlen sich mit ihrem Anliegen im Regen stehen gelassen. | © Andreas Götte

Hövelhof Hövelhofer Schüler müssen Straße im Dunkeln überqueren

Bushaltestelle Delbrücker Weg: Hövelhofer Schulkinder müssen am Grünen Weg ohne Beleuchtung eine viel befahrene Landstraße überqueren

Andreas Götte

Hövelhof. Wenn die Schulkinder im Neubaugebiet Grüner Weg morgens zur Schule nach Paderborn fahren wollen, beginnt für sie ein gefährliches Abenteuer - nur in Begleitung ihrer Eltern. Denn am Grünen Weg gibt es keinen Bürgersteig. Die Kids müssen außerorts die viel befahrene Delbrücker Straße - hier gilt Tempo 100 - überqueren, um zur Bushaltestelle zu kommen. Eltern beobachten auch Verstöße gegen das Überholverbot. "Es ist morgens stockdunkel, deshalb nehmen wir Taschenlampen mit", sagt Anwohnerin Olivia Grezinger. Auch an der Bushaltestelle wird es nicht besser. Sie ist weder wettergeschützt noch beleuchtet. Anwohnerin Olivia Grezinger zählt aktuell etwa zehn Kinder, die den Schulbus nutzen - darunter ihre Tochter. "Es wären noch viel mehr Kinder, wenn die Umstände besser wären", sagt die dreifache Mutter. Eine ähnlich gefährliche Situation herrsche auch mittags und nachmittags, wenn die Schüler aus Delbrück kommen und zurück über die Landstraße müssen. Tempolimit und bessere Beleuchtung "Wir möchten neben einem Tempolimit eine bessere Beleuchtung und eine besser geschützte Haltestelle", sagt Grezinger. Weil die Kinder im Dunkeln stehen, ist es sogar schon mal vorgekommen, dass der Busfahrer einfach vorbeigefahren ist. Auch Erwachsene müssten die gefährliche Landstraße überqueren, wenn sie beispielsweise in der Natur spazieren gehen möchten. Für den Ausbau des Grünen Wegs werden bereits Unterschriften im Baugebiet gesammelt, weiß Sharam Rahmati. Cornelia Lauströer weist auf andere Baumaßnahmen im Ortskern hin. Rund hundert Meter neben einer Fußgängerampel sei ein Zebrastreifen installiert worden. "Die Gemeinde hat einen großen Überschuss erzielt. Wir hier fühlen uns hier alleine gelassen", sagt sie. Wegen einer fehlenden Stromanbindung an der betreffenden Straßenseite schlägt Lauströer das Aufstellen einer solarbetriebenen Straßenlaterne vor. "Die Kinder könnten auch den Bus am Distelweg nehmen, nur der fährt zu spät los, um pünktlich in Paderborn zum Unterricht zu kommen", sagt Lauströer. "Wir möchten, dass man uns etwas entgegenkommt", fügt sie hinzu. Idee eines Kreisverkehrs Laut Shahram Rahmati habe es mal Überlegungen gegeben, hier einen Kreisverkehr zu bauen. Doch diese Idee sei im Sande verlaufen. Die Bewohner des großen Baugebietes fühlen sich mit ihrem Anliegen immer wieder vertröstet. "Es kann mir keiner sagen, dass in der Gemeinde kein Geld dafür da ist", sagt Rahmati. Auch an Bürgermeister Michael Berens und an die Bus-Betreiber-Gesellschaft (go.on) haben sich die Eltern schriftlich gewandt. Das Problem an der Delbrücker Straße wird künftig noch größer. Denn es werden noch mehr Kinder aus dem Wohngebiet auf den Bus angewiesen sein. Der Bürgermeister hat Verständnis für den jahrelangen Unmut am Grünen Weg. "Kurzfristig ist die frühere Abfahrt eines Busses am Distelweg eine Lösung", so Michael Berens gegenüber der NW. Bei einem Gespräch Anfang Januar mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst will Berens die Thematik ansprechen und zum wiederholten Mal beim Ministerium auf einen Kreisverkehr drängen. "Obwohl es eine Landesstraße ist, waren wir als Gemeinde bereit, die Kosten zu tragen", so Berens: "Doch dann wollte das Land von uns eine Abstandslösung in Höhe von einem Drittel für Unterhaltungskosten. Das hat uns abgeschreckt." Die Pläne lägen fertig vor. Ein Kreisel würde das Tempo drosseln. Bei der go.on-Gesellschaft sagt Mitarbeiter Michael Auf dem Kampe: "Möglicherweise könnte der Bus künftig durch die Siedlung fahren. Da es sich um einen überörtlichen Akt handelt, muss auch die Bezirksregierung in Detmold dazu gehört werden." Zudem müsse die Situation vor Ort begutachtet werden. Der zuständige Mitarbeiter habe jedoch Urlaub gehabt.

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