Viel Arbeit investiert: Die Standorte der Senne-Apotheke und des Ehrenmals sind annähernd geblieben. - © Regina Brucksch
Viel Arbeit investiert: Die Standorte der Senne-Apotheke und des Ehrenmals sind annähernd geblieben. | © Regina Brucksch

Hövelhof Das ursprüngliche Hövelhof aus Streichhölzern gebaut

Regina Brucksch

Hövelhof. Die Schaffenspause von Ferdinand Petermeier aus Hövelriege hat sich gelohnt. Seine filigranen Kunstwerke aus Streichhölzern waren bereits 2014 und 2015 beim Nikolausmarkt in Hövelhof absolute Publikumsmagneten. Jetzt ist das Ensemble komplett. 22 von innen beleuchtete Modelle, davon 13 neue, zeigen die Keimzelle der Sennegemeinde, die um den namensgebenden alten Hövelhof entstanden ist. Beim diesjährigen Nikolausmarkt vom 8. bis 10. Dezember können die Besucher Nachbildungen von markanten Gebäuden aus den Jahren 1661 bis 1989 bestaunen. Der 71-jährige Rentner hat dafür 176.679 Zündhölzer verbraucht. Gestern präsentierten der Baumeister und seine Helfer Hartmut Rübbelke und Josef Wördemann zum ersten Mal das komplett aufgebaute Ensemble Alt-Hövelhof. Die drei sind Musikerkollegen im Spielmannszug Hövelriege. In der Lagerhalle von Rübbelkes Betrieb L&R Montagetechnik trafen sich abends alle Instrumentalisten zu einer Probe. Staunend betrachteten sie die Kunstwerke aus Zündhölzern. Die Häuschen stehen auf einer vier mal vier Meter großen Platte. "Das sind exakt die Maße vom Vogelschießen-Stand der Schützen", erklärte Hövelhofs Marketingleiter Thomas Westhof. "Wie im Jahr 2015 wollen wir ihn für den Nikolausmarkt als Ausstellungspavillon nutzen, mit Glaswänden ausstatten und vor das Jagdschloss stellen. Wir sind sehr stolz auf diesen Hingucker." Für den Transport der kleinen, nicht maßstabsgerechten Gebäude stehen Kisten bereit. "Die erste Hövelhofer Kirche reizt mich noch", schmunzelte Petermeier. Nach der letzten Ausstellung hätte er 300 Schachteln von den flachen, weißen Hölzern geschenkt bekommen. Die seien gut für Dachschindeln. Jetzt sei ihm das Baumaterial erst einmal ausgegangen. Die Sticken waren eigentlich Abfallprodukt, denn der ehemalige Holzverarbeiter bei den Geha-Werken sammelt und tauscht seit über fünf Jahrzehnten die Deckblätter der Schachteln. Dazu gehören über 49 Motive von verschiedenen Hövelhofer Gaststätten und Lokalen. Am Anfang seiner Bastelleidenschaft standen Modelle der alten Pfarrkirche St.-Johannes-Nepomuk, des Jagdschlosses, des Küsterhaus und der Schlossmühle. Es folgten die alte Kirchschule (heute Rathaus), Bredemeiers Kapelle und Nehlers Gaststätte ("Zur alten Post", Sportkneipe, die von Anneliese Möller bis 2002 geführt wurde). Als Vorlagen dienen Petermeier immer Bilder oder Fotos. Dazugekommen sind in den letzten beiden Jahren unter anderem: die Senne-Apotheke, das Feuerwehrhaus, die Gasstätte "Deutsches Haus Brink" (alle heute noch an den alten Standorten), der Gasthof Epping (heute Hövelmarktplatz), das Torhaus (heute das Gebäude der ehemaligen Gaststätte Möller), die Gärtnerei Gehle (heute Katholisches Pfarrheim) und der Gasthof Höveken (heute PC-Laden und Bäckerei Jüde).

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