Sauberer Zuschnitt: Horatec-Geschäftsführer Wolfgang Thorwesten (Mitte) erläuterte Bürgermeister Michael Berens (l.) und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof, wie sein Unternehmen als Zulieferer für Tischler weiter wachsen will. - © Horatec
Sauberer Zuschnitt: Horatec-Geschäftsführer Wolfgang Thorwesten (Mitte) erläuterte Bürgermeister Michael Berens (l.) und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof, wie sein Unternehmen als Zulieferer für Tischler weiter wachsen will. | © Horatec

Hövelhof Horatec fehlen in Hövelhof Fachkräfte und Flächen

Hersteller von Möbelfertigteilen für das Handwerk will erweitern. Für eine voll dreischichtige Produktion benötigt das Unternehmen 20 weitere Mitarbeiter

Raphael Athens

Hövelhof. „Anfang Oktober wurde der 100. Mitarbeiter eingestellt, weitere 20 Mitarbeiter könnten sofort anfangen, wären da nicht der Fachkräftemangel und fehlende Gewerbeflächen für eine Erweiterung", beschreibt Geschäftsführer Wolfgang Thorwesten von der Firma Horatec die aktuelle Lage seines Betriebs in Hövelhof. 1996 hat der Hersteller von Möbelfertigteilen in einer angemieteten Halle in Ostenland angefangen und als Hövelhof 2000 ein neues Gewerbegebiet ausweisen konnte, war Horatec dabei. Seit Januar 2002 wird an der Josef-Förster-Straße produziert. Schon 2010 gab es die erste bauliche Erweiterung und im Jahr 2015 wurde Werk 2 in Betrieb genommen, erläutert Geschäftsführer Thorwesten. Er sagt: „Nun reicht der Platz bis zum Jahr 2020, dann ist die Produktionsfläche ausgereizt. Uns fehlen weitere 20 Mitarbeiter, um auch in Werk 1 voll dreischichtig produzieren zu können. Wir haben zuletzt im Raum Herford großflächig Anzeigen geschaltet, aber bisher keine einzige Bewerbung bekommen." Auf dem „Hövelhofer Berufemarkt", den die Gemeinde gemeinsam mit den weiterführenden Schulen ausgerichtet hatte, sei Horatec selbstverständlich vertreten gewesen, aber kaum einer wolle Holztechniker oder Tischler werden. Hinzu komme, dass die Berufsschule am Standort Büren untergebracht sei. Die Verkehrssituation für jüngere Auszubildende sei nicht grade günstig. In Kooperation mit dem Sportverein SJC Hövelriege wurde auch versucht, Mitarbeiter aus dem Asylbereich zu integrieren, aber die Hürden seien hoch, berichtet Thorwesten und fordert Anpassungen durch die Politik. Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof sind im Bilde, dass auch Horatec zu den Hövelhofer Firmen zählt, die dringend neue Gewerbeflächen benötigen (die NW berichtete). Hoffnung setzen Unternehmer und Bürgermeister auf die neue Landesregierung. Horatec möchte gerne am Standort Hövelhof bleiben. Eine neue Fertigungshalle brauche zwei Jahre, um von der Entscheidung bis zum Produktionsstart zu gelangen. 40.000 Tischlereien können Hövelhofer Software nutzen Früher habe es in der Möbelbranche etwa alle fünf Jahre eine Umstellung gegeben, erzählt Thorwesten. Neue Formen und Dekore wurden dann von der Industrie vorgestellt. Dieser Zeitraum habe sich mittlerweile auf drei Jahre verkürzt, zudem gebe es für Kunden immer mehr Farben und Oberflächen zur Auswahl. Das heißt für Horatec: auch das Vormateriallager muss mitwachsen. In Deutschland existieren etwa 40.000 Schreinerbetriebe und Tischlereien, die als potenzielle Kunden auf Horatec als Lieferant zurückgreifen könnten. Mit der Planungssoftware „Roomdesigner", die von den Hövelhofern erdacht wurde und die von sieben Programmieren am Standort weiter entwickelt wird, kann ein Handwerker seinen Kunden Möbel virtuell vorführen und anschließend die Daten zum Auftrag an Horatec übermitteln. Fehler werden dadurch minimiert und die Zeit zwischen Bestellung und Möbelaufbau deutlich reduziert. „Wir wollen den Handwerker stärken und mit ihm zusammen Möbel in hoher Qualität an den Kunden liefern", sagt Wolfgang Thorwesten. „Damit das auch in Zukunft gelingt brauchen wir langfristig gute Mitarbeiter und die Möglichkeit zur Betriebserweiterung."

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