Stellten einen Bereich für Baumbestattungen vor: (v. l.) Ellen Horenkamp, beim Bauamt zuständig für das Friedhofswesen, Friedhofsgärtner Manfred Rodehutscord und Bauamtsleiter Andreas Markgraf. - © Regina Brucksch
Stellten einen Bereich für Baumbestattungen vor: (v. l.) Ellen Horenkamp, beim Bauamt zuständig für das Friedhofswesen, Friedhofsgärtner Manfred Rodehutscord und Bauamtsleiter Andreas Markgraf. | © Regina Brucksch

Hövelhof Bauausschuss beschließt Grabfeld auf kommunalem Friedhof

Grabfeld bietet Platz für 65 bis 117 biologisch abbaubare Urnen unter Eichenbäumen

Hövelhof. Auf dem Hövelhofer Friedhof wird es bald ein Grabfeld für Baumbestattungen geben. Die dafür vorgesehene Fläche bietet Platz für mindestens 65 bis maximal 117 Urnen. Im Bau- und Umweltausschuss gaben die Kommunalpolitiker einstimmig grünes Licht für das neue Angebot. Die Sitzung leitete Vize Eberhard Großekathöfer, der den Ausschussvorsitzenden Burghard Hemesat vertrat. "Auf dem Friedhofsteil im Bereich zwischen Bielefelder Straße und der Bahnlinie können wir ohne großen Aufwand so ein Grabfeld einrichten", leitete Ellen Horenkamp, im Bauamt zuständig für das Friedhofswesen, die Vorstellung des Konzeptes ein. "Der Gemeinderat hat uns den Prüfauftrag erteilt, neue Angebote in den Blick zu nehmen. Wir haben uns Fachliteratur angesehen, andere Gemeinden gefragt und uns Gedanken zu einem Angebot für Hövelhof gemacht. Die ausgesuchte Fläche ist prädestiniert dafür", listete sie viele Details auf. Flächendeckende Bemoosung, Eichenbäume und die räumliche Abschottung durch Rahmenbepflanzung kommen dem Waldcharakter sehr nahe. Bei großer Nachfrage ist eine Erweiterung möglich. Zugelassen werden ausnahmslos biologisch abbaubare Urnen, um den Wurzelbereich der Bäume nicht zu schädigen. Die Pflege der Moosfläche übernimmt die Friedhofsverwaltung ohne zusätzlichen Personalaufwand. Das Betreten der Fläche erfolgt nur über den Weg in der Mitte, der zu einer Gedenkstele führt. Hier sind die Namen der Verstorbenen verzeichnet und nur hier können Blumen und Grabkerzen abgelegt werden. In den Prüfauftrag hatten die Fachleute auch einen Friedwald einbezogen. Um einen Ruheforst im Hövelhofer Wald wirtschaftlich betreiben zu können, müsste er über die Gemeindegrenzen hinweg allen Interessierten zur Verfügung stehen, sah Horenkamp die Notwendigkeit einer guten überregionalen Werbung. Dieses Angebot verlange überdies einen hohen Personalaufwand, lautete einer der Gründe, auf diese Begräbniskultur zu verzichten. Bauamtsleiter Andreas Markgraf bezeichnete die Fläche für Baumbestattungen als wunderschönen Bereich. Er sah allerdings das Problem, dass es trotz der Vorgabe Plakatierung sowie das Ablegen von Blumen und Kerzen an den Bäumen geben würde. Die Fraktionsvorsitzenden Wilfried Lappe (CDU) und Mario Schäfer (SPD) sprachen den Beschäftigten aus dem Rathaus großes Lob aus. "Wir haben den Antrag gestellt und befürworten zu hundert Prozent Ihren Vorschlag. Ein größerer Friedwald wäre für Hövelhof überdimensioniert", so Schäfer. Lappe ergänzte: "Sie sind sehr sensibel mit diesem Thema umgegangen. Vor 15 Jahren hat es schon einmal einen entsprechenden Antrag gegeben. Damals gab es noch keinen Bedarf. Jetzt ist es wichtig, diesen Weg zu gehen." Auf Fragen der Vizefraktionsvorsitzenden Benjamin Joachim (FDP) und Marcus Praschan (Grüne) nach dem Bedarf und den Kosten, antwortete Horenkamp. Das sei bisher noch sehr übersichtlich, aber sie gingen davon aus, dass das Angebot die Nachfrage schaffen würde. Die Bestattungsform sei auch auf 30 Jahre angelegt und keineswegs viel günstiger als die bisherigen Angebote. "Über Details diskutieren wir dann in einem zweiten Schritt, wenn die Friedhofsordnung und Friedhofsgebührensatzung auf dem Plan stehen", kündigte Lappe an.

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