Die Farben bleiben: Sowohl die neuen Dachpfannen als auch der kommende Außenanstrich orientieren sich am aktuellen Erscheinungsbild der Herz-Jesu-Kirche. - © J. Reddeker
Die Farben bleiben: Sowohl die neuen Dachpfannen als auch der kommende Außenanstrich orientieren sich am aktuellen Erscheinungsbild der Herz-Jesu-Kirche. | © J. Reddeker

Hövelhof Das marode Dach der Kirche in Hövelhof-Espeln wird erneuert

Herz-Jesu-Gemeinde: Auch andere Instandsetzungen sind vom Kirchenvorstand angeschoben worden. Bürger können für Großprojekt spenden

Jens Reddeker

Hövelhof-Espeln. Ein neuer Schutz von oben für das Espelner Gotteshaus muss her: Die Dachziegel auf der Herz-Jesu-Kirche sind 86 Jahre alt und werden langsam zum Sicherheitsrisiko. Damit die Kirche dicht bleibt und lockere Dachpfannen den Kirchgängern nicht noch auf den Kopf fallen, handelt der Kirchenvorstand. Das Dach soll neu gedeckt werden, auch andere Instandsetzungen sind geplant. "Wir haben seit zwei Jahren über das Thema gesprochen", sagt der geschäftsführende Vorsitzende des Gremiums, Uli Hermbusche, "und nun sind wir mitten in der Planung für eine Renovierung des Daches." Das o.k. vom Erzbistum hat sich der Kirchenvorstand, zu dem auch Martin Bröckling, Andreas Höddinghaus, Walter Stollmeier und Hubert Winkenjohann gehören, bereits abgeholt. Noch in diesem Jahr soll möglichst mit den Arbeiten begonnen werden. Erneuert wird auch der Dachstuhl, im Glockenturm soll unter anderem die Glockenaufhängung modernisiert werden. Die Kirche bleibt während der Bauphase geöffnet. Architekt Hubert Wewer vom Paderborner Büro AWS ist gerade dabei, die Gewerke auszuschreiben. Kalkuliert wird in Espeln mit Gesamtkosten von 267.000 Euro. Darin enthalten sind neben der Dacheindeckung unter anderem noch Zimmerer-, Klempner-, Maler- und Gerüstbauarbeiten. "Bei diesen sicherheitsrelevanten Dingen müssen Profis ran", sagt Martin Bröckling aus dem Kirchenvorstand. In Espeln werden ansonsten viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt, doch auf dem Kirchendach sind nun Fachbetriebe gefragt. Trotzdem können sich Espelner und Hövelhofer Bürger beteiligen. Der Kirchenvorstand hat im November 240 Briefe an die Haushalte des Dorfes und an Vereine verschickt. Darin wird das Projekt erklärt und begründet - und es werden offen die erwarteten Kosten kommuniziert. 70 Prozent der fast 270.000 Euro übernimmt das Erzbistum, die anderen 30 Prozent, rund 80.000 Euro, muss die Kirchengemeinde aufbringen. Hermbusche, Bröckling und ihre Vorstandskollegen bitten in ihrem Schreiben daher um Spenden (Empfänger: Kath. Kirchengemeinde Herz-Jesu Espeln, IBAN: DE15 4726 2703 7807 8377 05). Vielleicht, so ihre stille Hoffnung, könnte sich durch Spenden ein fünfstelliger Betrag ergeben. Zwar hat die Herz-Jesu-Gemeinde noch Rücklagen, die sie nach jährlichen Schlüsselzuweisungen aus dem Generalvikariat für genau solche Fälle wie die Dachrenovierung einsetzt, "doch sind wir darauf angewiesen, diese Reserven zu entlasten, um auch bei Instandsetzungen in Zukunft wieder reagieren zu können", beschreibt Vorstandschef Hermbusche die Motivation für den Bittbrief an die 480 Espelner Seelen. Wichtig ist dem Gremium, alle im Dorf auf dem Laufenden zu halten. Info-Tafeln werden in der Kirche aufgestellt, Hermbusche erklärte jüngst den Stand der Planungen bei einer Versammlung des Bürgervereins. "Unsere Kirche ist 1899 von unseren Vorfahren in Eigenleistung gebaut worden, wir möchten heute dazu beitragen, dass wir dieses Erbe erhalten", sagen Bröckling und Hermbusche - und sind sich sicher, dass das viele Espelner genauso sehen.

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