Im Schatten des Kirchturms: Die Nutzung des katholischen Pfarrheims in Hövelhof ist in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen. - © Raphael Athens
Im Schatten des Kirchturms: Die Nutzung des katholischen Pfarrheims in Hövelhof ist in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen. | © Raphael Athens

Hövelhof Hövelhofs Pfarrheim soll attraktiver werden

Konzeption: Katholische Gemeinde plant, das Gebäude im Ortskern neu zu beleben – 
und möglicherweise auch Gastronomie anbieten / Heimische Gastwirte sind wenig begeistert von der Idee

Jens Reddeker

Hövelhof. In Hövelhof werden die Pläne für die erweiterte Nutzung des katholischen Pfarrheims an der Schlossstraße konkreter. Um das Haus mehr zu beleben, soll es nach Angaben von Gemeindereferent Berthold Filthaut in Zukunft auch verstärkt für Tagungen und Veranstaltungen von Gruppen außerhalb der Kirche geöffnet werden. Neu ist auch die Idee, eine leistungsfähige Küche zu installieren, die Gruppengrößen jenseits der 100 Personen versorgen könnte. Nach einem Konzept, das der Neuen Westfälischen vorliegt, gibt es im Kirchenvorstand der St.-Johannes-Nepomuk-Gemeinde Überlegungen, im Pfarrheim bis zu 150 Menschen bei Veranstaltungen mit Drei-Gang-Menüs zu beköstigen. „Das Haus soll offen sein für Menschen, Vereine und Firmen – und dabei rückt immer wieder die Verpflegung der Besucher in unser Blickfeld", beschreibt Filthaut Ideen aus dem „Pfarrheimausschuss" der Kirchengemeinde. „Es soll aber keine Kneipe entstehen." 30 Jahre nach dem Bau hat der Ausschuss eine Bestandsaufnahme gemacht. Dabei sei herausgekommen, dass Instandsetzungsarbeiten (Heizung, Sanitär) notwendig seien. Zusätzlich werde darüber nachgedacht, wie die Nutzung des Hauses attraktiver gestaltet werden könne. Filthaut ist mittlerweile vom Erzbistum mit einer halben Stelle zuständig für die Neukonzeption des Pfarrheims und fungiert als dessen pädagogischer Leiter. Möglichkeiten auch für Familienfeiern Aus den der Neuen Westfälischen vorliegenden Plänen geht hervor, dass im Gebäude für Gäste neben Kaffee und Kuchen auch Mittagessen (für 25 bis 30 Personen) und Frühstück (für 30 bis 35 Kunden) angeboten werden könnte. Es wird im Konzept festgehalten, dass im Pfarrheim acht bis zehn Tauffeiern jährlich stattfinden könnten und auch 20 bis 25 Kaffeetrinken nach Beerdigungen. Kalkuliert wird in dem Papier mit zehn Sektempfängen nach Hochzeiten oder Jubelhochzeiten sowie mit Feiern zu Erstkommunion, Firmung und der protestantischen Konfirmation. Es könnten auch Kindergeburtstage gefeiert oder Essen für Kitas geliefert werden, um die Küche auszulasten. Selbst nach kirchlichen Veranstaltungen wie Chorproben oder Tagungen könnte die Gastronomie den Teilnehmern offenstehen. Zurückhaltend äußern sich Gastwirte zu den Plänen der Kirche. „Es gibt bereits ein großes Gastronomieangebot in Hövelhof, daher bin ich von der Idee nicht begeistert", sagt Victoria Förster-Streblau, Inhaberin des Hotels Victoria an der Bahnhofstraße. Speziell die Feiern zur Erstkommunion seien wichtig für ihren Betrieb. Sie hofft darauf, dass die heimischen Gastronomen in die Pläne der Kirchengemeinde einbezogen werden. Mit Konkurrenz vom Kirchplatz könnte auch Franz Spieker, Mit-Inhaber des Gasthauses Spieker in Riege, nur schwerlich leben: „Ein solches Angebot fände ich nicht gut. Die Hövelhofer Lokale sind auf Familienfeiern spezialisiert, nach meiner Meinung besteht kein weiterer Bedarf." Diese Haltung unterstützt auch Michael Kersting vom gleichnamigen Gasthof an der Sennestraße: „Es wurde beim Bau des Pfarrheims gesagt, dass der Gastronomie keine Nachteile entstehen sollen. Im Ort gibt es genügend Betriebe." Für die Kirchengemeinde geht es um die Belebung des Pfarrheims als Ort der Begegnungen verschiedenster Menschen. Derzeit wird es unter anderem für Versammlungen, Musikproben, Initiativen sowie Kinder- und Jugendtreffs genutzt wird. Berthold Filthaut sagt: „Im Zukunftsbild des Erzbistums heißt es, dass wir mutig vorangehen sollen – und das wollen wir mit dem Pfarrheim tun. Wir wollen ein Haus anbieten, das auch für Menschen und Organisationen offen ist, die mit der Kirche nichts zu tun haben." Der Pfarrheimausschuss befasst sich seit zwei Jahren mit der Konzeption. Möglichst noch in diesem Jahr soll die fertige Planung präsentiert werden.

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