Unbrauchbar: Diese Telefonzelle am Hövelhofer Friedhof wurde durch Vandalen zerstört. Noch Tage danach war der Tatort abgesperrt und die Trümmer waren zu sehen. - © Jens Reddeker
Unbrauchbar: Diese Telefonzelle am Hövelhofer Friedhof wurde durch Vandalen zerstört. Noch Tage danach war der Tatort abgesperrt und die Trümmer waren zu sehen. | © Jens Reddeker

Hövelhof Das Ende einer Hövelhofer Telefonzelle

Anschluss: Weil ein Fernsprechhäuschen durch illegale Böller zerstört wurde, bleiben im Ortskern nur noch zwei öffentliche Fernsprecher

Peter Albrecht

Hövelhof. Die von unbekannten Tätern in Hövelhof per illegalem Böller zerlegte Telefonzelle wird vermutlich nicht mehr ersetzt. Die Deutsche Telekom antwortete in einer NW-Anfrage: "Wir werden einen Abbau an diesem Standort prüfen". Die graue Telefonzelle am Friedhof war am späten Abend des 27. Dezember gesprengt worden. Durch die Detonation zerbarsten die Glasscheiben, Splitter landeten weiträumig auf der Erde - und waren selbst Tage danach noch am Ort des Geschehens zu finden. Der Rahmen des Häuschens wurde vollständig verbogen und die Stromleitung beschädigt. Noch in der Nacht war die Stromzufuhr aus Sicherheitsgründen durch einen Notdienst des Stromversorgers abgetrennt worden. Bislang ohne Folgen für die Täter Die Polizei nahm Ermittlungen auf, doch blieb die gefährliche Sprengung für die Täter bislang folgenlos. "Beamte haben vor Ort versucht, noch Reste des Böllers zu finden, aber in diesem Fall war nicht mehr viel übrig", sagt Michael Biermann, Sprecher der Paderborner Polizei über die schwierige Spurensuche. Ähnlich schwierig gestalten sich die Ermittlungen auch nach der Explosion in Bad Lippspringe am vergangenen Freitag. Hövelhof hat jedenfalls nach der explosiven Demontage wohl auf Dauer ein öffentliches Telefon weniger. Apparate stehen nach Auskunft der Gemeinde nun noch am Rathaus und am Bahnhof. Dabei handelt es sich um so genannte "Basistelefone". Diese werden nicht durch eine Telefonzelle vor Wind und Wetter geschützt, sondern sind an freistehenden Säulen angebracht. Vorteil für die Telekom: Basistelefone kosten den Konzern nicht mehr hohe vierstellige Summen, sondern sind für rund 500 Euro anzubringen. Auch der Unterhalt einer Telefonzelle kostet Geld, etwa für Strom, Standortmiete und Wartung. Nach Auskunft der Telekom hat der Konzern mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbänden vereinbart, dass er Kommunen wegen eines Abbaus ansprechen darf, wenn es sich um "extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro pro Monat" handelt. Wie hoch der Umsatz an den Hövelhofer Münzfernsprechern ist, behält das Bonner Unternehmen für sich. Dafür teilt ein Sprecher mit, dass in Deutschland noch rund 20.000 Telefonzellen von der Telekom betrieben werden, einige auch von anderen Anbietern. Vor knapp zwei Jahren zählte allein die Telekom noch 30.000 Zellen. Orte mit einer hohen Nutzung seien derzeit immer noch Flughäfen oder Bahnhöfe - und das obwohl statistisch gesehen jeder Deutsche mindestens ein Handy besitzt, wie die Telekom vorrechnet.

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