30 Jahre auf dem Hövelhofer Wochenmarkt: Obst- und Gemüsehändler Kurt Pohlmeyer (links) aus Bad Salzuflen-Holzhausen und Andreas Hansel aus Delbrück. - © Peter Albrecht
30 Jahre auf dem Hövelhofer Wochenmarkt: Obst- und Gemüsehändler Kurt Pohlmeyer (links) aus Bad Salzuflen-Holzhausen und Andreas Hansel aus Delbrück. | © Peter Albrecht

Hövelhof Seit 30 Jahren auf dem Hövelhofer Wochenmarkt

Zwei Händler sind seit den Anfängen im Jahr 1988 dabei. Sie haben schon an drei Plätzen im Ortskern verkauft und sehen, wie sich das Kaufverhalten der Kunden verändert hat

Peter Albrecht

Hövelhof. Frisch und freundlich geht es zu auf dem Hövelhofer Wochenmarkt. Immer donnerstags bieten fünf Händler Lebensmittel für den täglichen Bedarf an. Zwei der Markt-Beschicker sind Gründungsmitglieder des Sennemarktes und können jetzt auf 30 Jahre hinter der mobilen Verkaufstheke zurückblicken. Geflügelhändler Andreas Hansel aus Delbrück und Obst- und Gemüsehändler Kurt Pohlmeyer kennen zahlreiche Kunden mit Vornamen. „Wir haben hier viele Stammkunden, die auf die Qualität unserer Ware vertrauen", sagt Pohlmeyer. Für den Bad Salzuflener startet der Arbeitstag immer um 0.15 Uhr, egal ob es zum Markt nach Hövelhof oder nach Schloß Holte, Oerlinghausen oder Stukenbrock geht. „Gegen 4 Uhr wird der Stand aufgebaut, ab 6 Uhr kommen dann die ersten Kunden mit dem Berufsverkehr. Im Winter geht das ja, dann kann man die Einkäufe tagsüber im Auto lassen", sagt der 54-Jährige. Zu 50 Prozent holt er seine Ware von regionalen Bauern, die andere Hälfte kauft er auf den Großmärkten in Bielefeld und Hannover ein. Neuer Standort zwischen Kirche und Pfarrheim Bis 13 Uhr ist Markttag in Hövelhof – seit Kurzem mit neuem Standort zwischen Kirche und Pfarrheim. Bei der Gründung vor 30 Jahren hatte Initiator Gustav Theismann die Marktstände in die Einkaufsstraße geholt. Vom 6. April 2001 an verkauften die Händler auf dem Hövelmarkt-Platz – und nun wurde zwischen Händlern, Gemeindeverwaltung und Kirchengemeinde eine Versuchsphase ausgerufen, um den Standort vor den Kirchentüren zu testen. „Wir sind davon begeistert", sagt Gemeindereferent Berthold Filthaut, dem als Kirchenvertreter daran gelegen ist, den neu gestalteten Kirchplatz als Platz der Begegnung regelmäßig zu beleben. Unklar ist noch, ob er auch von den Marktkunden so angenommen wird. Wie seit 30 Jahren bedient Andreas Hansel jedenfalls zur Zeit auch dort weiter seine Kunden. Der 52-Jährige verkauft „Hühner aus Delbrücker Betrieben". Das in konventioneller Landwirtschaft regional erzeugte Fleisch sei mit Discounter-Produkten nicht zu vergleichen. Nicht im Preis, aber auch nicht bei der Qualität: „Geflügel hält sich gut gekühlt drei oder vier Tage. Manche Ware im Handel ist Wochen haltbar – Verbraucher können sich ihre eigene Meinung bilden, wie da nachgeholfen wird." "Hier ist es familiär" Hansel und Pohlmeyer wünschen sich, dass Menschen noch bewusster einkaufen – und am liebsten natürlich auf dem Wochenmarkt. Den Markt in Hövelhof mögen sie, „weil es hier familiär zugeht", sagt Pohlmeyer, der zum Teil mit vier Angestellten, darunter Tochter Kimberly (24), die Kunden bedient. Zu Gründungszeiten vor 30 Jahren war Pohlmeyers Vater Kurt noch dabei. Seitdem hat sich aber auch in der Sennegemeinde das Einkaufsverhalten geändert. Geflügel-Mann Hansel weiß: „Früher hatten wir weniger Produkte. Heute ist Vieles schon mundgerecht vorbereitet, denn die Leute haben nicht soviel Zeit zum Kochen." Für den Sennemarkt haben offenbar noch genügend Menschen Zeit – zum Wohl der Beschicker. Die machen zwar bei Markttagen am Wochenende mehr Umsatz, da sich Kunden dann mehr Zeit nehmen und einen Markt als Ereignis begreifen, doch vielleicht wird der Sennemarkt in Zukunft ja auch noch mehr zum Ereignis.

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