Organisatoren: Torben Maas (l.) aus Westenholz bildete gemeinsam mit Kompagnon Christian Füllmich und Regisseurin Helena Hufnagel das Produzententeam für den Kinofilm „Einmal bitte alles". - © Film-Fernseh-Fonds Bayern
Organisatoren: Torben Maas (l.) aus Westenholz bildete gemeinsam mit Kompagnon Christian Füllmich und Regisseurin Helena Hufnagel das Produzententeam für den Kinofilm „Einmal bitte alles". | © Film-Fernseh-Fonds Bayern

Delbrück Freude bei Westenholzer Filmproduzent Torben Maas

Kino: Der von ihm co-produzierte Streifen „Einmal bitte alles“ wird während der Gala 
zum Bayerischen Filmpreis mit dem höchsten deutschen Nachwuchsproduzentenpreis ausgezeichnet

Regina Brucksch
Karl Finke

Delbrück-Westenholz. Auszeichnung für den Westenholzer Filmproduzenten Torben Maas (30): Der von ihm mitproduzierte Streifen „Einmal bitte alles" erhält am 19. Januar den mit 60.000 Euro höchstdotierten deutschen Nachwuchsproduzentenpreis für den von der Gesellschaft FilmFernsehFonds Bayern (FFF) geförderten Kinofilm. Das Werk war Mitte Juli deutschlandweit in die großen Kinos gekommen. Produzentin des Films ist die Münchnerin Helena Hufnagel, die auch Regie führte. Maas und sein Kompagnon Christian Füllmich von „Filmschaft Maas & Füllmich" sowie der Bayerische Rundfunk (BR) waren als Co-Produzenten beteiligt. Helena Hufnagel wird die Produzentenauszeichnung, die die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) jährlich auslobt, im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Münchner Prinzregententheater entgegennehmen. Die Veranstaltung wird ab 19 Uhr live im BR übertragen. Torben Maas und Christian Füllmich hatten bereits 2013 den VGF-Nachwuchsproduzentenpreis für ihr Werk „Nemez" erhalten. Sie planen aktuell eine Weiterverwertung von „Einmal bitte alles" in Form einer Mini-Serie. Der Westenholzer Apotheker-Sohn Maas wollte schon seit der Schulzeit am Gymnasium Rietberg immer zum Film. „Regisseur wäre auch denkbar gewesen, aber ich wollte nicht in Abhängigkeiten kommen", begründet er seine Entscheidung für die Selbstständigkeit: „Die Freiheit war mir wichtiger." Der Produzent suche zunächst ein geeignetes Drehbuch („kostet Zeit"), organisiere das Casting und stelle das Projekt möglichen Finanzpartnern vor. „Das Budget muss knallhart eingehalten werden" In Deutschland könne die öffentliche Filmförderung bis zu 50 Prozent der Kosten abdecken. „Drei bis fünf weitere Bausteine sind erforderlich", so Maas. Das könnten Rundfunkanstalten als Partner und auch der Vorab-Verkauf einer Sendelizenz sein. „Dann muss das Budget knallhart eingehalten werden, sonst haben wir ein Problem", beschreibt er ein wesentliches Stück seiner Arbeit. Für einen Debüt-Film wie „Einmal bitte alles" sei der professionelle Aufwand weitaus höher als das Budget, das unter einer halben Million Euro liege. „Alle haben viel mehr getan als wir erwarten durften", beschreibt der Produzent die Bedingungen und erklärt warum: „Wir waren ein junges Team, in dem alle den Schritt nach oben wollten." Für die aktuelle Auszeichnung für „Einmal bitte alles" überzeugte Regisseurin und Hauptproduzentin Helena Hufnagel das Auswahlgremium durch „Thema, Inszenierung, Look und die hervorragenden Darsteller". Mit großem Können habe sie die Disziplinen Produktion und Regie vereint. Mit leichter Hand führt der Film durch eine schwierige Lebensphase einer jungen Frau. Die 27-jährige Isi steckt in einer Quarter-Life-Crisis und sucht ihren Platz im Leben. Während sie an ihrem Traum, Illustratorin zu werden, festhält, mutiert der Rest der Welt zu veganen Erwachsenen mit perfekten Lebensentwürfen. Nur ihre Träume scheinen ein Ablaufdatum zu besitzen. Die Orientierungslosigkeit der Protagonistin, dargestellt von Luise Heyer, wird greifbar, ohne, dass der Film orientierungslos wirkt und oder eine drückende Schwere auf die Leinwand bringt. Die Premiere von „Einmal bitte alles" war am 20. Juli. Zu sehen war der Film auch in Paderborn und Bielefeld. Nach über 20 Wochen läuft er vereinzelt noch in einigen Kinos. Er verzeichnet laut Verleih mittlerweile mehr als 18.000 Besucher. Seit dem 1. Dezember ist er auch auf DVD und Bluray erhältlich, im kommenden Jahr soll er in der ARD ausgestrahlt werden.

realisiert durch evolver group