Viele Kabel führen zum Ziel: Ein Blick in die Technikzentrale der Deutschen Glasfaser, die zurzeit in Delbrück Werbung für schnelles Internet macht. - © Michael Bader
Viele Kabel führen zum Ziel: Ein Blick in die Technikzentrale der Deutschen Glasfaser, die zurzeit in Delbrück Werbung für schnelles Internet macht. | © Michael Bader

Delbrück Endspurt im Rennen um flottes Internet in Delbrück

Noch bis Montagabend läuft die Nachfragebündelung für den Glasfaserausbau in Delbrück

Nicole Hille-Priebe

Delbrück. "Wenn wir ausbauen sollten, dann ist das ein Quantensprung für Delbrück", sagt Werner Peitz - und für ihn als Bürgermeister würde damit zu Weihnachten ein Herzenswunsch in Erfüllung gehen. Der Quantensprung heißt FTTH (engl. Fibre To The Home) und bezeichnet das Verlegen von Lichtwellenleitern zur Datenübertragung von Rechenzentren direkt bis in die Wohnung des Teilnehmers; auf gut Deutsch: Glasfaser. Oder einfach: superschnelles Internet. Bedingung Nummer eins: Man muss es wollen. Bedingung Nummer zwei: Man muss einen Vertrag mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser oder seinem Kooperationspartner Helinet abschließen. Bedingung Nummer drei: Den Vertrag müssen 40 Prozent der Einwohner unterzeichnen, sonst zieht die Karawane weiter und buddelt sich in einer anderen Stadt durch die Vorgärten. "Nachfragebündelung" nennt die Deutsche Glasfaser dieses Prozedere, zu dem Haustürbesuche, das Einbinden örtlicher Vereine und Verbände zu Werbezwecken und die Einrichtung von Infostellen gehören. Nachdem das Thema Glasfaser also seit Wochen Stadtgespräch in Delbrück war ("Und, hast du schon unterschrieben?"), befindet sich die Vorvermarktung in den Ortsteilen nun auf der Zielgeraden: Kommenden Montagabend ist Schluss, am Dienstag will Bürgermeister Peitz dann die aktuellen Zahlen bekannt geben - und welche Ortsteile beim Ausbau berücksichtigt werden können. "Für Delbrück wäre es das größte Infrastrukturprojekt seit Jahren. Unser Traum, tatsächlich alle zehn Ortsteile auszubauen, ist in greifbare Nähe gerückt." In den letzten vom Unternehmen veröffentlichten Zahlen mit Stichtag 8. Dezember fehlten in Anreppen noch 15 Verträge, in Bentfeld 20, in Boke 89, in Lippling 59, in Ostenland, 40, in Schöning 10, in Steinhorst 25, in Sudhagen 60 und in Westenholz 120. Der für die Deutsche Glasfaser vor Ort zuständige Projektmanager heißt Lennart Götte und ist zufrieden. "Überragend" und "beispiellos" nennt er die Anzahl der bereits unterschriebenen Verträge. "Ich habe schon einige Projekte betreut, aber das übertrifft alles." Götte ist deshalb guter Dinge, dass alle Orte in Delbrück an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Nur die Stadt Delbrück selbst hinkt etwas hinterher. "Hier liegen wir zurzeit bei 15 Prozent, das ist aber absolut im Soll, denn die Nachfragebündelung läuft zeitlich versetzt noch bis zum 29. Januar." Götte kennt die Bedenken: "Die meisten Kunden haben Fragen zur Technik und Angst um ihren Vorgarten", fasst er die häufigsten Nachfragen an den Infopunkten zusammen. "Hausbesitzer müssen sich aber keine Sorgen machen: Wir buddeln nichts um, sondern schießen die Kabel mit einer Erdrakete unterirdisch zur Hauswand." Mit den Kosten für den Anschluss kommt der Projektmanager zu seinem wohl überzeugendsten Argument: "Wer in der Zeit der Nachfragebündelung unterschreibt, spart die Anschlussgebühren, die sonst bei rund 750 Euro liegen. Fällig werden nur die monatlichen Beiträge für mindestens zwei Jahre Laufzeit, je nach gebuchtem Tarif." Ein Paket mit 200 MBit im Up- und Download mit Telefon kostet im ersten Jahr 24,99 Euro monatlich, im zweiten Jahr dann monatlich 49,99 Euro. Inklusive eines 30-Euro-Bonus bei Vertragsabschluss bis Montagabend belaufen sich die durchschnittlichen Kosten in den ersten zwei Jahren demnach auf rund 36 Euro pro Monat. "Mehr oder zusätzliche Leistungen wie Internet-TV können die Kunden im Baukastenprinzip hinzubuchen. Mit diesem Anschluss muss man sich die nächsten 20 Jahre keine Sorgen machen, den Anschluss zu verlieren", sagt Götte. Sollte es zum Ausbau kommen, hätte Werner Peitz als Bürgermeister nicht nur das Tempo der Datenautobahn im Blick: "Wenn die Nachfragebündelung abgeschlossen ist, könnte die Detailplanung beginnen. März oder April wäre schon Baubeginn. Wir legen allerdings Wert darauf, dass die Straßendecke so geschlossen wird, wie sie vorher aussah - oder besser."

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