Delbrück von oben: Im Umwelt-, Bau und Planungsausschusses geht es hoch her, als ein externer Experte erste Ergebnisse zur neuen Planung für Knotenpunkt präsentiert. - © Jens Reddeker
Delbrück von oben: Im Umwelt-, Bau und Planungsausschusses geht es hoch her, als ein externer Experte erste Ergebnisse zur neuen Planung für Knotenpunkt präsentiert. | © Jens Reddeker

Delbrück Neue Pläne für den Verkehr in der Delbrücker Innenstadt

Innenstadt-Chaos: Im Umwelt-, Bau und Planungsausschusses geht es hoch her, als ein externer Experte erste Ergebnisse zur neuen Planung für Knotenpunkt präsentiert

Regina Bruksch

Delbrück. In der Herbstsitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses bezeichnete der Bauamtsleiter Heinz Drüke den geplanten Kreisverkehr am Alten Markt in Delbrück als Schnee von gestern. Trotz intensiver Gespräche hatte ein Anlieger dem Umbau im Rahmen der Innenstadtsanierung nicht zugestimmt. Ein Kreisel hätte den engen Kreuzungsbereich Lipplinger Straße und Thülecke endlich entschärft. Er gilt in der Bevölkerung als berüchtigt für regelmäßiges Verkehrschaos. In der Sitzung legte der beauftragte Verkehrsplaner Christian Adams aus Hannover, Gesellschafter von SHP Ingenieure, jetzt erste Ergebnisse zur neuen Planung des wichtigsten Innenstadt-Knotenpunktes vor. Adams stellte die Ergebnisse der geprüften Leistungsfähigkeit von zwei Varianten vor. Beim „Shared Space"-Bereich handele es sich um eine Begegnungszone, einen geteilten Raum zur gleichberechtigten Nutzung aller Verkehrsteilnehmer. Hier gelte lediglich rechts vor links. Die Neugestaltung mit Tempo-20-Vorgabe böte diese Möglichkeit. Als weniger störanfällig sah der Experte allerdings eine bestandsorientierte Variante. Die bisherige Vorfahrtsregelung an dem Knotenpunkt beurteilte er auch unter Einbeziehung der neuen Entlastungsstraße Himmelreichallee als zukunftsfähig. Da er mit Zahlen aus 2008 gearbeitet hätte, schlug er eine neue Verkehrszählung vor. Gespräche mit Anliegern Reinhold Hansmeier (CDU) bat darum den vorgeschlagenen Zeitraum vom 5. bis 7. Dezember auf die darauf folgende Woche zu verschieben, denn die Lange Straße sei gerade erst wieder für den Verkehr freigegeben worden. Dem stimmten alle Ausschussmitglieder zu. Im Rahmen der Diskussion machte Adams deutlich, es dürfe weiterhin keine Möglichkeit zum Linksabbiegen von der Langen Straße auf die Lipplinger Straße geben. Drüke kündigte an: „Nach der Zählung führen wir Gespräche mit allen Anliegern zur attraktiven Gestaltung der Seitenräume." Bürgermeister Werner Peitz machte deutlich, dass der öffentliche Nahverkehr mit seinen Bussen bereits von der Lipplinger Straße statt wie früher von der Graf-Sporck-Straße, auf den Alten Markt fahren würde. Für das Chaos seien nicht die Busse, sondern der Anlieferverkehr verantwortlich. Diskussion um Linienführung der Busse Diese Auffassung bekräftigte er noch einmal, als eine heftige Diskussion um einen Antrag der CDU zur Linienführung der Busse in der Innenstadt entbrannte. Reinhold Hansmeier machte deutlich, es ginge um die großen Gelenkbusse. Der Schülerspezialverkehr müsse nicht zwingend durch die Innenstadt. „In vielen Punkten kann ich Ihnen sehr gut folgen, aber Busse müssen da halten, wo die Leute hinwollen", bezeichnete Jürgen Wrona (Grüne) das Anliegen als Schnapsidee und die entsprechende Beauftragung eines Büros für Verkehrsplanung als Geldverschwendung. Die Lösung der beschriebenen Probleme sei eine Einbahnstraße, aber diese simple Maßnahme würde ja seit Jahren blockiert. Er schlug eine zeitlich geregelte Anlieferung in der Thülecke vor, wie sie bereits in vielen Städten vorgeschrieben sei. Michael Kersting (SPD) griff das Argument von Peitz auf: „Andere verursachen das Problem und was soll mit den Lastkraftwagen passieren? Warum probieren wir nicht einmal, wie es mit einer Einbahnregelung läuft?" Brigitte Michaelis (FDP) und Willibald Haase (SGD) sahen ebenfalls eine Gegensätzlichkeit in dem Antrag. Michaelis nahm die Vorschläge von Peitz auf, zunächst Fachleute des Öffentlichen Nahverkehrs einzuladen sowie zu prüfen, ob in der zukünftigen Tempo-20-Zone eine Anlieferung nur bis 10 Uhr rechtlich vorgeschrieben werden könne. Hansmeier sprach zwar von einer Hinhaltetaktik, aber zum Schluss votierten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, zunächst die Verwaltung zu beauftragen, Möglichkeiten zur Steuerung des Verkehrs zu prüfen.

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