Delbrück-Ostenland Mehr als 750 Schüler informieren sich auf Ausbildungsmesse

Das neue BANG Starter Center kommt bei den Jugendlichen gut an

Nicole Hille-Priebe

Delbrück-Ostenland. Man könnte denken, es gibt etwas umsonst in der ehemaligen Hauptschule in Ostenland, so viel ist hier los. Busse kommen und fahren, und jeder bringt neue Schülerscharen zu dem Gebäude, in dem es an diesem Tag tatsächlich viele Sachen umsonst gibt: Neben Werbegeschenken wie Kugelschreibern, Gummibärchen und Luftballons werden auf der ersten Delbrücker Ausbildungsmesse vor allem gute Ratschläge verteilt, denn es geht um die Berufswahl, die bei den meisten Besuchern unmittelbar ansteht. 37 Unternehmen 
sind bei der 
ersten Messe dabei Das frisch eingeweihte BANG Startercenter ist die ideale Location für die Premiere der Messe, zu der sich rund 750 Schülerinnen und Schüler angemeldet haben, um sich an den Ständen von mehr als 37 Unternehmen und Institutionen über verschiedene Berufsfelder aus Industrie, Dienstleistung und Handwerk zu informieren. Gut frequentiert ist der Raum, in dem sich die Caritas für Pflegeberufe stark macht. Hier haben Julia Hamschmidt und Jörg Göllner einen Parcours aufgebaut, auf dem die Jugendlichen am eigenen Leib erfahren können, wie es sich anfühlt, wenn die körperlichen Kräfte und Sinneswahrnehmungen nachlassen. Mit einer speziellen Brille, die das Sichtfeld einschränkt, und schweren Gewichten an den Füßen und in einer Weste absolvieren die beiden Freundinnen Gina Kürpick und Gina Kroll gerade die Teststrecke und kommen zu dem Ergebnis, dass das Älterwerden kein Zuckerschlecken ist. Das Interesse der 16-jährigen Gesamtschülerinnen an einem Job im pflegerischen Bereich hat jedoch nachgelassen, nachdem sie den Berufsalltag beim Krankenhauspraktikum kennengelernt haben. Jetzt möchte die eine Gina wegen der besseren Karrierechancen lieber medizinische Fachangestellte werden und die andere Gina träumt davon, später einmal als Köchin zu arbeiten – inspiriert von den Kochshows im Fernsehen. Aber erstmal müssen die beiden noch ein bisschen die Schulbank drücken. Ein paar Türen weiter wartet ein Landschaftsgärtner auf Interessenten, verschiedene Kreditinstitute und Versicherer werben auf den Gängen um die Gunst zukünftiger Azubis, es gibt einen Bewerbungsunterlagencheck – und jede Menge Altersgenossen, mit denen man ein paar schulfreie Stunden erleben kann. Wer will, kann ein Selfie mit Bauhelm von sich machen Besonders gute Stimmung herrscht im Infobus der Kreishandwerkerschaft, der bei vielen Schülern Kultstatus hat. „Komm wie Du bist" steht als Einladung in großen Lettern auf der Seite, im Inneren laden bequeme W-Lan-Terminals und Popmusik zum Chillen ein. Draußen kann man sich bunte Bauhelme oder andere Accessoires aus dem Handwerk aussuchen und ein Selfie schießen. „Viele Jugendliche kennen uns bereits von unseren Schulbesuchen", berichten Sandra Labudda und Lorena Fischer. Und welchen Eindruck haben die beiden Mitarbeiterinnen von der Generation, die jetzt auf Jobsuche geht? „Das ist schwierig zu sagen. Die Gruppen sind sehr heterogen, das kann man einfach nicht verallgemeinern. Es gibt Klassen, in denen erst 20 Prozent einen Ausbildungsplatz haben und andere, in denen nur noch 20 Prozent einen suchen."

realisiert durch evolver group