Noch stehen die Gewächshäuser, in ein paar Jahren wachsen Häuser: Auf dem Gelände der heutigen Gärtnerei Grundmeier (rechts) an der Rietberger Straße soll eine Seniorenwohnanlage entstehen. - © Jens Reddeker
Noch stehen die Gewächshäuser, in ein paar Jahren wachsen Häuser: Auf dem Gelände der heutigen Gärtnerei Grundmeier (rechts) an der Rietberger Straße soll eine Seniorenwohnanlage entstehen. | © Jens Reddeker

Delbrück Neue Seniorenresidenz mitten in Delbrück

Blumenfachgeschäft und Gärtnerei Grundmeier: Die Inhaber wollen ihr Geschäft 2020 aufgeben. Die Mediko-Gruppe aus Winsen wird zweite Einrichtung im Kreis bauen

Regina Brucksch

Delbrück. Seit fast 100 Jahren gehört der Familienbetrieb Blumenfachgeschäft und Gärtnerei Hans-Georg Grundmeier zum prägenden inhabergeführten Einzelhandel in Delbrücks Innenstadt. Ende 2020 wird das Ehepaar Claudia und Hans-Georg Grundmeier die Ladentüren allerdings schließen. Das Betriebsgebäude und die Gewächshäuser weichen einem Neubau mit Seniorenresidenz und Wohnungen. Am Donnerstag, 28. September, um 18 Uhr in der Stadthalle stellt Architekt Jens Kalkmann vom Büro K25 Brinkmann & Kalkmann in Bodenburg (Landkreis Hildesheim) das Projekt an der Rietberger Straße 3 den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses und der Öffentlichkeit vor. Der Gebäudekomplex in unmittelbarer Nähe zum Ärztehaus am Rathaus-Kreisverkehr soll Platz für 80 Pflegebedürftige bieten. Direkt nebenan baut das Ehepaar Grundmeier acht barrierefreie Wohnungen. Investor und Betreiber der Seniorenpark Delbrück GmbH in Winsen (Aller) ist Alexander Lindhorst, Geschäftsführer der Immobilien-Handels- und Verwaltungs-GmbH und Geschäftsführer der Mediko Pflege- und Gesundheitszentren GmbH in Winsen. Sechs Wohngruppen vorgesehen Unter dem Leitwort „Mediko – Zeichen für Lebensqualität und Lebensfreude" sehen die Planungen auf vier Ebenen sechs Wohngruppen vor: 13 Plätze für Demenzkranke im Erdgeschoss, jeweils 27 Plätze in zwei Wohngruppen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie 13 Plätze in einer Wohngruppe im Staffelgeschoss. Alle Zimmer werden rollstuhlgerecht und mit eigenem Bad und WC ausgestattet. Für Bewohner und Besucher sollen ein Restaurant mit Café, ein Kaminzimmer, eine Terrasse, eine großzügige Gartenanlage und ein Friseursalon zur Verfügung stehen. Zum Mediko-Angebot gehören Vollstationäre Pflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Teilhabe am Leben in der Gemeinde und dem Quartier, Schaffung flexibler Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in Pflege, Verwaltung und Hauswirtschaft sowie eine enge Kooperation mit Pflegestützpunkten, ambulanten Diensten, Krankenhäusern, Ärzten und Apotheken. Die Pläne wurden bereits bei der Konferenz für Alter und Pflege in Paderborn vorgestellt. Der Bedarf vor Ort ist vorhanden. Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen erläuterten Claudia und Hans-Georg Grundmeier ihre Entscheidung. „100-Stunden-Wochen gehören zu unserem Arbeitsalltag. Unsere Kinder gehen beruflich andere Wege. Der kompetente Personalmarkt ist quasi leer gefegt", beschreiben die Blumenfachhändler ihre Situation. Gespräche seit drei Jahren Der Geschäftsinhaber ergänzt: „Die Gespräche laufen seit drei Jahren. Es gab auch sehr lukrative Anfragen von großen Verbraucherketten. Aber für uns war es wichtig, ein Konzept zu entwickeln, das ins Gesamtbild passt. Wir haben unsere Vorstellungen eingebracht. Es wird einen kleinen Park geben. Neben den Pflegeangeboten stehen den Bewohnern unserer Wohnungen die Küche und die Wäscherei offen. Das gilt auch für unsere Nachbarn, die unsere Pläne ebenso positiv sehen wie unsere Familie." Die Blumen- und Garten-Experten werden in der Region sehr geschätzt. Das liebevoll ausgesuchte, breitgefächerte Angebot und der hervorragende Service setzen hohe Standards. Claudia Grundmeier erläutert: „Wir haben die Mitarbeiterinnen Anfang des Jahres informiert. Im Geschäft werden wir inzwischen von den Kunden angesprochen. Sie bedauern die Schließung. Ihr Lob ist für unser ganzes Team ein wunderbarer Ansporn bis Ende 2020 mit gewohntem Elan weiterzumachen."

realisiert durch evolver group