Ziehen für drahtloses Internet in Delbrück an einem Strang: Christina Steinbicker, Michael Nettelnbreker, Matthias Lürbke, Gregor Sänger, Christiane Rolf und Werner Peitz (v.l.). - © Regina Brucksch
Ziehen für drahtloses Internet in Delbrück an einem Strang: Christina Steinbicker, Michael Nettelnbreker, Matthias Lürbke, Gregor Sänger, Christiane Rolf und Werner Peitz (v.l.). | © Regina Brucksch

Delbrück Ziel ist freies Internet in ganz Delbrück

Digitale Teilhabe: Auch Bürger, Vereine und Verbände bekommen Fördermittel für Rooter und Anschluss. Partner ist Freifunk Hochstift. Stadtverwaltung geht in öffentlichen Einrichtungen voran

Regina Brucksch

Delbrück. "Wenn man das Heft selbst in der Hand hat, ist man den Netzbetreibern nicht ausgeliefert", erklärte Matthias Lürbke. Der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Lippe-Möhnesee gratulierte den Delbrückern zur Bewilligung ihres ersten Leader-Förderbescheids. Gemeinsam mit dem Verein Freifunk-Hochstift hat die Stadt das Projekt "Freies Wlan für die Kernstadt und die neun Orte" entwickelt. Bürgermeister Werner Peitz sowie die Projektverantwortlichen bei der Stadt, Christiane Rolf und Michael Nettelnbreker, kündigten für Ende Oktober in der Innenstadt die ersten Bereiche für den drahtlosen Internetempfang an. Jetzt laden sie alle Interessierten ein, sich an der Erweiterung des Netzes über einen Router zu beteiligen. Gefördert wird die Anschaffung und Ersteinrichtung der technischen Komponenten. Gestern Nachmittag war Gregor Sänger zur offiziellen Übergabe des Bescheids angereist. Er ist bei der Bezirksregierung Arnsberg zuständig für die Leader-Region Lippe-Möhnesee. Der Antrag habe sich auf gut 19.700 Euro belaufen. Den maximalen Satz von 65 Prozent, also gut 12.800 Euro habe er mitgebracht. Bürgermeister Peitz machte deutlich, wie wichtig die digitale Anbindung sei: "Wir haben hier neben dem Rathaus an der Marktstraße freies Wlan. Bei privaten Unterstützern geht die Bereitschaft zurück, denn sie fühlen sich verständlicherweise von den Menschenansammlungen vor ihrer Haustür zu allen Uhrzeiten gestört. In der Innenstadt gibt es mehrere Funklöcher. Die Telekom lässt uns in der Oststraße ganz im Stich. Das Telefonieren mit dem Handy ist dort überhaupt nicht möglich." Unter dem Motto "Bürger für Bürger" iniziierten die Verantwortlichen das Projekt Rolf ergänzt, es ginge nicht vornehmlich um die Kaufmannschaft, sondern um die digitale Teilhabe aller Bürger und Gäste sowie aller Bewohner in entlegenen Gegenden. Nettelnbreker stellte die technischen Details vor: "Ein flächendeckendes Freifunknetz ermöglicht überall die WhatsApp-Telefonie und Skype-Verbindungen. Es lebt davon, dass es wächst. Wir als Stadt wollen den Einstieg schaffen. Dazu gehört die Installation von Richtfunkantennen und Accesspoints in allen Delbrücker Ortsteilen. Dann möchten wir die Bürger zum Mitmachen motivieren. Ihr eigener Anschluss wird dadurch nicht belastet. Die Kosten für einen Accesspoint betragen etwa 100 Euro. Dazu kommen die Verkabelung und der Stromanschluss." Als Einstiegspunkte nannte er in der Innenstadt Rathaus, Stadthalle, Hallenbad, Schulen und Banken. "Wir haben die Heimatvereine mit ins Boot genommen", so Peitz. "Engagierte Gemeinschaften können uns helfen, das Projekt zu stemmen. Auf Sportplätzen oder Schießanlagen besteht sicherlich das Interesse, sich den Freifunkanschluss zu holen." Rolf und Nettelnbreker beraten Interessiert. "Es ist der dritte Bewilligungsbescheid, den wir bekommen", freute sich Leader-Regionalmanagerin Christina Steinbicker. Sie stellte das Förderprogramm der EU zur Entwicklung des ländlichen Raumes kurz vor. Die Leader-Region ist ein Zusammenschluss von sieben Kommunen. Bis 2020 stünden insgesamt 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. Das Besondere sei dabei, dass es sich um Projekte von Bürgern für Bürger handele.

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