Symbolbild Justitia. - © dpa
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Delbrück Blutspuren an Händen überführen Täter

Lange Gefängnisstrafe: 25-Jähriger erwürgte seinen Mitbewohner im Streit

Jutta Steinmetz

Delbrück. Eigentlich wollte Johannes H. in Deutschland sein Glück machen. Doch statt einen guten Job zu finden, geriet der 25-Jährige auf die Anklagebank des Schwurgerichts Paderborn. Dort erlebte er nach fünf Prozesstagen Dienstag einen bitteren Höhepunkt seines jungen Lebens. Die Richter sprachen ihn des Totschlags schuldig und verhängten gegen ihn eine Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Jahren und neun Monaten. Am frühen Morgen des 26. Februar hatte Johannes H., der in Delbrück wenige Wochen vorher in die Wohnung des 50-Jährigen einquartiert worden war, die Nachbarin geweckt. Er habe seinen Mitbewohner soeben tot aufgefunden, erklärte er erst der Frau und danach auch den herbeigerufenen Polizeibeamten. Die schöpften schnell Verdacht angesichts der blutverschmutzten Hände des 25-Jährigen. Hatte doch das Opfer im Haar verborgen eine frische Platzwunde am Kopf, während der junge Mann beteuerte, den Leichnam nur an Hals und Händen angefasst zu haben. Genau diese Blutspuren überzeugten das Gericht von der Täterschaft des Johannes H. Die beiden Männer seien in der Nacht nach viel Alkohol wieder einmal - wie bei anderen Gelegenheiten zuvor auch - in heftigen Streit geraten. In dessen Verlauf habe Johannes H. den Älteren zunächst erst geschlagen sowie getreten und schließlich erwürgt. Nur so könnten die Blutanhaftungen an den Händen wie auch entsprechende DNA-Spuren an den Fingernägeln erklärt werden, befanden die Richter. Sicherlich sei die städtische Unterkunft an der Breslauer Straße in Delbrück, wie von Verteidiger Franz Zacharias ausgeführt und von Zeugen bestätigt, ein "Haus der offenen Tür". Aber dass sich in der Tatnacht ein Fremder dort eingefunden und den 50-Jährigen getötet habe, sei nur eine "theoretische Möglichkeit".

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