Die Bäume sind weg: Das Grundstück an der Westenholzer Straße ist nun frei einsehbar. Demnächst soll dort gebaut werden. - © Regina Brucksch
Die Bäume sind weg: Das Grundstück an der Westenholzer Straße ist nun frei einsehbar. Demnächst soll dort gebaut werden. | © Regina Brucksch

Delbrück Bäume weichen für Westenholzer Mehrgenerationenhaus

Vorbereitungen: Die Abholzung von vier Ahornbäumen sorgt für Verwunderung

Regina Brucksch

Delbrück-Westenholz. In Westenholz reiben sich viele Bürgerinnen und Bürger verwundert die Augen. Mitten im Ortskern an der Westenholzer Straße, sind vier Ahornbäume abgeholzt worden. Lediglich die Stümpfe erinnern noch an den alten Bestand. Inzwischen sind Fragen nach dem Grund für den partiellen Kahlschlag bei der Stadt eingegangen. Durchgeführt wurden sie von einem Grundstücksbesitzer an der Heisenbergstraße. "Natürlich lasse ich nicht gern Bäume fällen", antwortete Geschäftsführer Frank Berenbrink vom Baugeschäft Berenbrink aus Rietberg auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Er plant dort eine Anlage für Mehrgenerationenwohnen. "Die Einheiten mit Balkonen für das betreute Wohnen liegen nur drei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt. Im Sommer wären sie komplett ohne Licht. In Richtung Heisenbergstraße haben wir zwei Bäume stehen gelassen. Die sollen demnächst Schatten für die Terrasse des Cafés spenden, das zum Mehrgenerationenhaus gehört." Der Bauunternehmer stellt klar: "Die gefällten Bäume befanden sich auf meinem Grundstück. Ich habe den Architekten und das Vermessungsbüro beauftragt, die Grenzsteine ausfindig zu machen." "Das Bauamt hat die Fällung abgesegnet" Er macht deutlich: "Beim Bauamt der Stadt Delbrück hat man mir versichert, die Fällung sei in Ordnung, wenn die Bäume auf meinem eigenen Grund stehen würden. Einen Bestandsschutz gäbe es nicht." Berenbrink ist sicher, dass hier zwar etwas weichen musste, aber dafür etwas schönes Neues nach Westenholz kommt. In Westenholz hatten die Einwohner die Reihe der Ahornbäume, die den Radweg säumten, der von der Abzweigung Suternstraße bis zum Ortsausgang in Richtung Mastholte führt über die Jahre lieb gewonnen. Delbrücks Bürgermeistervertreter Heinz Börnemeier, bei der Kommune unter anderem zuständig für den Kauf von Grundstücken und die Vergabe von Bauland, sprach gegenüber der NW nicht von einem Dialog mit Berenbrink. Er sagt vielmehr, dass die Stadt die Bürger-Hinweise zur Baumfällung an den Landesbetrieb Straßen NRW weitergeleitet habe. Auf NW-Anfrage erklärte dessen Sprecher Reinhard Stiller in Paderborn, dass er über die Maßnahme nicht informiert sei. Verkauf der Grundstücke schon ab 2015 Er wies umgehend Vermessungsexperten an, die Grundstücksverhältnisse zu prüfen. Die Erschließung von Berenbrinks Grundstück, so war zu erfahren, solle allerdings nicht über die Hauptstraße, sondern über die Stichstraße Heisenbergstraße erfolgen. Die Stadt gab die Grundstücke an der Heisenbergstraße 2015 zum Verkauf frei. Erst im letzten Jahr hatte Straßen NRW die Westenholzer Straße von der Abzweigung Suternstraße bis zum Sportplatz komplett saniert. Dabei erhielten die nun gefällten Ahorne während der umfangreichen Baumaßnahmen Manschetten, um sie zu schützen. Weiter auswärts wurden wenige schadhafte Bäume gefällt, die aber noch durch neue Anpflanzungen ersetzt werden. Eine Anliegerin berichtete, der Westenholzer Heimatverein habe in den 80er Jahren die Ahorne als kleine Bäumchen gesetzt. Die Sorte sei gewählt worden, um an typische Baumarten der Region anzuknüpfen. Die umfangreichen Pflanzaktionen waren 1985 ein Teil der Ambitionen für den Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Seinerzeit wurde das Engagement der gesamten Dorfgemeinschaft mit dem Titel "Bundesgolddorf" belohnt.

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