Delbrück erhält flächendeckend Glasfaser, das wurde am Dienstagvormittag offiziell bekanntgegeben. - © picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Delbrück erhält flächendeckend Glasfaser, das wurde am Dienstagvormittag offiziell bekanntgegeben. | © picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Delbrück Delbrück wird mit Glasfaser ausgebaut

Die Nachfragebündelung erreichte in Delbrück-Mitte statt der erforderlichen 40 lediglich 31 Prozent

Regina Brucksch

Delbrück. Der Slogan „Zehn Orte – ein Stadt" zieht. Delbrück wird mit Glasfaser ausgebaut und präsentiert sich als zukunftsweisende, digitale Modellkommune in Ostwestfalen-Lippe. Um 11 Uhr gaben am Dienstag der Geschäftsführer des Unternehmens Deutsche Glasfaser, Stephan Zimmermann, und Bürgermeister Werner Peitz die Entscheidung im Rathaus an der Marktstraße bekannt. In Delbrück-Mitte erreichte die Nachfragebündelung statt der erforderlichen 40 Prozent lediglich 31 Prozent, aber die Stadtteile schafften teilweise sogar die 50-Prozentmarke. „Von 9.300 Haushalten haben somit 42 Prozent einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser oder dem kooperierenden Telekommunikationsanbieter Helinet abgeschlossen", so die Verantwortlichen begeistert und stolz, dass diese Gemeinschaftsaktion in nur drei Monaten gelungen ist. Allerorts hätten Interessierte noch die Chance, sich bis zum 28. Februar den kostenlosen Anschluss zu sichern, erklärte Peitz. Bis Ende des Jahres Glasfaser in den Ortsteilen Zimmermann erläuterte den privatwirtschaftlich finanzierten Ausbau. Jedes Gebäude bekomme die Glasfaser. Insgesamt könne man auf vier Kilometer Leerrohre zurückgreifen. Das sei bei 182 Kilometern entlang der Straßen und Wege sowie insgesamt 1.294 Kilometern inklusive der Hausanschlüsse nicht viel. Der Geschäftsführer warb um Geduld und Verständnis bei bei den Bauarbeiten: „Bis zum Jahresende wollen wir in den Ortsteilen und bis Mitte 2019 in Delbrück-Mitte fertig sein. Nach Ostern geht es zunächst in Westernholz und Schöning los. In Kürze stellen wir die ersten von 13 Hauptverteilern, die Points of Presents auf. Die Standorte werden mit den Heimatvereinen abgestimmt." Weiter kündigte er an, dass das Unternehmen eine Bau-Hotline schalten werde, um laufend und detailliert zu informieren. Im Anschluss an die Nachfragebündelung bis Ende Februar bliebe der Service-Punkt in der Thülecke in Delbrück als Baustellenbüro weiter bestehen. Harte Verhandlungen „In Bezug auf die Außenbereiche sind wir an die absolute Schmerzgrenze gegangen", sprach er von harten Verhandlungen mit Peitz. Der Bürgermeister war froh über die Zusatzpolygone: „Wir haben über 700 Unterschriften ausgewertet. Gut 200 Haushalte in den Außenbezirken profitieren mit. Allerdings fällt hier ein Baukostenzuschuss von 250 Euro an. Die entsprechenden Bewohner werden in Kürze informieret. Bis Mitte des Jahres wollen wir aber auch Lösungsvorschläge für die übrigen Außengebiete erarbeiten. Wir warten auf Fördergelder von der neuen Regierung." Landrat Manfred Müller bestätigte ihn in dieser Hoffnung. Er lobte den politischen Mut: „Bisher beträgt der Ausbau in Deutschland zwei Prozent und die Musterkommune Delbrück ist dabei. Der Kreis fährt eine Glasfaser-Strategie. Das Netz ist Voraussetzung daf dür, dass wir uns als digitale Modellregion OWL entwickeln. Vor drei Jahren haben wir den Breitbandatlas auf den Weg gebracht und Beschäftigte als Koordinatoren bereitgestellt."

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