Doro Hassel schwebte mit ihren Flügeln über das Gelände in Delbrück. - © Regina Brucksch
Doro Hassel schwebte mit ihren Flügeln über das Gelände in Delbrück. | © Regina Brucksch

Delbrück Wikinger und Gaukler auf dem Mittelaltermarkt in Delbrück

Großer Besucherandrang am Wochenende

Regina Brucksch

Delbrück-Hagen. „Wir kommen jedes Jahr. Es ist ein ideales Ziel für einen Familienausflug", bekundeten Julia und Jürgen Weidinger aus Paderborn ihre Begeisterung für die Mittelalterlichen Märkte zu denen der Verein „Delbrücker Tross" im Januar und August einlädt. Gespannt auf den neunten Wintermarkt im Gastlichen Dorf waren am Wochenende auch ihre Kinder Kilian (9), Elisabeth (7) und Laurin (4). Elisabeth und Laurin wollten sich neue Anhänger aus Zinn aussuchen. Kilian steuerte den Basteltisch der Kinderherolde Klaus und Nico Utz an. Vater und Sohn aus Bornheim bei Bonn animierten im Hof Westermeier zum Bemalen gebastelter Holzschwerter. Die Küche bei den Weidingers blieb natürlich kalt, denn alle freuten sich auf leckeren Flammkuchen. Großer Besucherandrang am Wochenende „Erwachsene 2 Taler, Kinder 1 Taler, Kinder unter Schwertmaß frei", stand an der Eintrittsbude. „Die jungen Besucher dürfen auch schon mal einen kleinen Knicks machen", schmunzelte Schwertmaßnehmer Manuel Schröder aus Wadersloh-Distedde. Er sei Reifur Bedgarson (Sohn von Edgar), ein Wikinger und Handwerker, erklärte er den Kindern. Sebastian Flucke aus Berlin zog die Blicke als Gaukler „Curiositas der Narr und Weise" auf sich. Er spielte Melodien auf dem Chalumeau, einem Vorläufer der Klarinette. Das mittelalterliche Treiben vor der historischen Kulisse sorgte wieder für einen großen Besucherandrang. Am Samstagabend durften viele Kinder extra länger aufbleiben. Sie reihten sich mit den Erwachsenen in einen musikalisch begleiteten Lichterumzug ein, der 30 Minuten lang um den glänzenden Ententeich führte. Anschließend erntete die Show der Mondfunken viel Applaus. Michael Kolpack aus Berlin war zum ersten Mal mit seiner Schmausbude dabei. Er ist bundesweit bei den Mittelaltermärkten der einzige, der Putenleber anbietet. „Junker Wilfried hat mich beim Markt in Hohenmölsen (im urgenlandkreis im Süden Sachsen-Anhalts) eingeladen", bot er dem Vorsitzenden vom Delbrücker Tross, Wilfried Remmert, eine Portion an. Nebenan schenkte Michael Grunwald aus Osnabrück erlesenen Whisky in vorher polierten Gläsern aus. „Diesmal ist es nicht so voll gestellt, damit die Händler sich ausbreiten können und die Besucher mehr Platz zum Flanieren haben", erklärte Remmert. Den Freiraum nutzte die Musik- und Tanzkünstlerin Doro Hassel, um als „Hrabne die Barbarin" mit ihren Isis-Flügeln über das Areal zu schweben. In einem der drei Lager demonstrierten Timo Schließmann und Danny Löher aus Hessen als Diviciacus und Getorix, wie die Kelten 500 vor Christus lebten. Beliebter Anziehungspunkt für Klein und Groß war wieder die Hirtenkappelle. Der Altar verwandelte sich in eine Bühne. Ulrike und Hubert van der Zee aus Nottuln im Münsterland luden zum Gemüsepuppentheater Vegetarius ein. Ritter Karotte und König Blumenkohl Die pädagogisch geprägten Aufführungen rund um die Erlebnisse von Ritter Karotte und König Blumenkohl begeisterten ebenso wie die Geschichten der Märchenerzählerin Katinka Morgenstern. Staunend standen Lukas (12) aus Sassenberg und Silas (10) aus Delbrück vor dem Skelett von Graf Anton von Weye. Mit Kopfschütteln und Nicken reagierte das Knochengerüst auf ihre Fragen. Viel Spaß beim Jux mit seinem gruseligen Grafen hatte „Stadthalter" Steffen Dolling aus Weyhe bei Bremen. „Warum laufen die nicht weg", blickten die Besucher irritiert auf die kleinen Nager am Stand von Alex Metzig. „Ich bin ein Mäuseflüsterer. Ich habe sie aus dem Zauberwald mitgebracht", verriet der Künstler aus dem Raum Dresden.

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