Die Verengung von der bewohnten Seite in Richtung Geseker Straße - © Johannes Büttner
Die Verengung von der bewohnten Seite in Richtung Geseker Straße | © Johannes Büttner

Büren Stärkere Verkehrsbelastung abgewendet

Ausschuss für Stadtplanung: Bebauungsplan Tühlhöhe in Steinhausen wird eingestellt. Querstraße im Ortsbereich bleibt weiterhin für den Durchgangsverkehr geschlossen

Büren-Steinhausen. Steinhausens Ortsvorsteher Franz-Josef Borghoff war auch nach der Sitzung noch immer ganz aufgedreht. „Nur 6,7 Prozent der Einwohner wollen das, und die haben jetzt ihren Willen. Das ist für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar", machte der SPD-Mann seinen Unmut richtig Luft. Einmal in Rage, fing sich auch Steinhausens CDU-Ratsmitglied Hans-Josef Hesse einen Rüffel vom Ortsvorsteher ein. „Und du hast auch nichts dagegen unternommen", bekam Hesse zu hören. Was den wortgewaltigen Borghoff so auf die Palme gebracht hatte, war eine Entscheidung, die der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Stadtplanung kurz zuvor getroffen hatte und die lautete: Das Verfahren des Bebauungsplans Nr. 3 Tühlhöhe in Steinhausen wird eingestellt. Und das wiederum bedeutet nichts anders, als dass eine Querstraße im Ortsbereich weiterhin für den Durchgangsverkehr geschlossen bleibt. Nach der Vorstellung des Ortsvorsteher wäre es eine günstige Gelegenheit gewesen, im Zuge der anstehenden Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Steinhausen diese Querstraße, die im Bereich des Seniorenpark-Neubaus die Geseker Straße mit dem Siedlungsbereich um die Marienstraße und den Goldammerweg als Fußweg verbindet, für den Autoverkehr frei zu machen. Anbindung des Wohngebiets „Wir wären da kostengünstig von ab gekommen und hätten mit der Öffnung zugleich den Verkehr entlastet und zudem eine bessere Anbindung des Wohngebietes an die Geseker Straße erreicht", argumentierte Borghoff, der versicherte, diesbezüglich aber keinen Antrag gestellt zu haben, überzeugt. Doch das sehen die Anwohner des Querwegs ganz anders. Im Wesentlichen sind sie der Ansicht, dass die Öffnung nicht notwendig sei, denn dann seien sie sowohl einer starken Verkehrsbelastung und einem erhöhten Parkdruck ausgesetzt. Zudem sei im Rahmen der 5. Änderung des Bebauungsplanes (Bau des Seniorenheims) eine anders lautende Vereinbarung getroffen worden und dass auch die Nutzung als Spiel-, Rodel- und Fahrradstraße wegfallen würde. Ihren Unmut hatten die Betroffenen mit dreizehn ablehnenden Stellungnahmen deutlich gemacht und zudem eine Unterschriftenaktion gegen die Öffnung der Straße durchgeführt. 234 Personen unterstützen mit ihrer Unterschrift die Bemühungen der Anwohner. Eben jene 6,7 Prozent aller Einwohner Steinhausens. Allerdings, und das wurde in der Sitzung auch deutlich, kam der Großteil der Unterschriften aus dem Siedlungsbereich, der durch die Öffnung der Sackgasse eigentlich verkehrstechnisch entlastet werden sollte. Das war auch für Hesse das wesentliche Argument, sich für eine Beibehaltung der Schließung auszusprechen. Bürger an Entscheidung beteiligen Aber auch nach dem Entschluss ging der Ausschuss nicht sofort zum nächsten Tagesordnungspunkt über. Vielmehr ließ der Vorsitzende Peter Salmen noch einmal richtig Dampf ab. Er sei erschrocken gewesen über die eingegangenen Stellungnahmen, sagte Salmen. Man wolle durchaus die Bürger bei den Entscheidungen beteiligen, aber das müsse Formen behalten. „Was hier aber an Diffamierungen gegenüber der Verwaltung und des Ortsvorstehers gelaufen ist, dass ist unerträglich gewesen", wetterte Salmen. Rund 15 Meter lang ist die Verengung des Querwegs, die Ortsvorsteher Borghoff gerne als Durchfahrtsstraße für Pkws wieder öffnen würde. Die angrenzende Bushaltestelle an der Geseker Straße wird nicht mehr benötigt. Der Ausschuss und auch der Rat stimmten für eine Beibehaltung der Schließung.

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