Die Rampe klappt selten jemand aus: Am Montag zeigten Mitarbeiter der Deutschen Bahn Maria Marker mit ihren Rollator den besten Weg in den Bus. - © Karl Finke
Die Rampe klappt selten jemand aus: Am Montag zeigten Mitarbeiter der Deutschen Bahn Maria Marker mit ihren Rollator den besten Weg in den Bus. | © Karl Finke

Büren Rollator-Tag hilft Senioren in Büren

Für die Rampe müssen alle anpacken / Der neue Bürener Umsteigeplatz an der Bahnhofstraße findet kaum Akzeptanz

Karl Finke

Büren. Auf dem Bürener Marktplatz gelang ein Rendezvous von Menschen mit Rollator und Ratgebern im öffentlichen Verkehr. Die Deutsche Bahn Regio Bus bot zwei Busse auf, um Einstieg, Ausstieg und Befestigungen im Fahrzeug zu üben. Ein Sanitätshaus prüfte die Gehhilfen auf Rädern und bot unterschiedliche Bodenverhältnisse zum Drüberrollen an. Eine Fahrschule zeigte moderne Einstiegstechniken für Rollstuhlfahrer beim Pkw. Über den neuen Busfahrplan machte sich Ärger Luft. Maria Marker (85) steigt mit ihrem Rollator jeden zweiten Tag am Bürener „Friedhofsweg", wie sie sagt, in den Bus, um ihren Mann im Heim in Geseke zu besuchen. „Ihr müsst auch mal an die älteren Leute denken", sagt die Dame zu den Vertretern des Bahnbusses. Bis vor kurzem konnte die Bürenerin vom Schulzentrum ohne umzusteigen nach Geseke fahren. Jetzt muss die Kundin am neuen Umsteigeplatz Alte Post eine halbe Stunde warten. Sie blickt schon Richtung Winter: „Dann wird es draußen kalt." "Jahrzehntelang hat man sich um Buskunden nicht viel gekümmert" Marita Krause, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters bittet um Verständnis und Geduld: „An der alten Post sind viele Schulen" – die tragen den Busverkehr finanziell. Die verschiedenen Probleme mit dem neuen Busfahrplan müssten abgearbeitet aber auch die neuen Stundentakte von den Bürgern angenommen werden. Heinrich Wieseler aus Brenken verrät seine Meinung: „Jahrzehntelang hat man sich um Buskunden nicht viel gekümmert – jetzt kann man nicht in einem Jahr neue Kundschaft erwarten." Zu den alltäglichen Problemen im Busverkehr: Die Fahrzeuge machen Maria Marker den Einstieg schwer, weil die Busse nicht nah genug an die Fahrbahnkante fahren würden. „Das soll die Reifen schonen", habe sie von einem Fahrer erfahren. Dieser dürfte auch gar nicht aussteigen, um die Rampe für einen Rollstuhl oder Rollator auszuklappen, so DB-Marketing-Mitarbeiterin Sigrun Richter. Das Aus- und Einklappen sei aber ziemlich leicht. Ihr Vorschlag klingt ebenso simpel: „Die Fahrgäste helfen sich untereinander", wenn die Rampe gebraucht werde. Um sich selbst zu helfen, hat Maria Marker an ihrem Rollator längst ein Spannseil mit Haken angebracht. Damit sichert sie die Gehhilfe im Bus gegen ein Umkippen. An diesem Montag erfährt sie, dass in den neuen kleinen Stadtbussen („Sprinter") hinter dem Fahrersitz Gurte zur Rollatorsicherung genutzt werden können. Und, dass sie über die Rampe am besten rückwärts aussteigt. Applaus für den Seniorenbeirat Schon bei der Begrüßung hatten rund 20 Interessierte deutlich gemacht, dass sie nicht nur nörgeln wollten, sondern die Initiative für den Rollator-Tag begrüßen. Es gab Applaus für Claus Czuka und sein Team vom Seniorenbeirat sowie für den Abholdienst der Bürgerhilfe, für die Bahn-Gesellschaft und die Stadt. Das Ordnungsamt der Stadt und die Polizei haben sich vorgenommen, in Zukunft entschiedener gegen jene Pkw vorzugehen, die am Marktplatz die Bushaltestelle zuparken. Dafür hat seitens der Polizei der Bezirksbeamte Andreas Welticker Unterstützung signalisiert.

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